Chefchaouen, Highlights
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Die blaue Medina von Chefchaouen

Große Augen, offene Münder, gezückte Kameras und ganz viel BLAU – willkommen in der Medina von Chefchaouen

Keinesfalls konnten wir nach Hause fliegen, ohne in Chefchaouen gewesen zu sein.

Nachdem ich  Bilder und Videos von den blauen Häusern in der Medina von Chefchaouen gesehen hatte,  war es sofort  beschlossene Sache, dass wir dort Station machen würden.

Ein bis zwei Übernachtungen hatte ich vorgesehen, um den Ort in Ruhe und bei verschiedenen Lichtverhältnissen auf uns wirken zu lassen. Dieser Plan war nicht aufgegangen. Da ich –leichtsinnigerweise- unsere Bustickets für die zweite Woche nicht vorgebucht hatte, hatte uns das Ende des Fastenmonats Ramadan und die damit einsetzende rege Reisetätigkeit – Familienbesuche standen zu den Festtagen allerorten an- einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Wir waren zunächst in Tanger gelandet (wie es uns dort gefallen hat, kannst du hier nachlesen) und die Heimreise nach Deutschland rückte immer näher. Und zuvor galt es noch, mit dem Nachtzug zurück nach Marrakesch zu fahren.

Wenigstens einen kurzen Blick aber wollte ich auf die blauen Gassen werfen, auch wenn mir klar war, dass dies kein wirklich intensives Erleben des Ortes bedeuten würde.

Für die Hinfahrt (ca. 2 ½ Stunden) hatten wir uns von unserem Hotel in Tanger ein Taxi organisieren lassen und zahlten für die Fahrt in dem recht neuen Fahrzeug 600 DH.

Ausnahmsweise hatte ich weder Kraxe noch Manduca mitgenommen. Ich glaubte daran, dass es möglich sein würde, mit Felicia an der Hand durch die Gassen zu stromern – langsam eben. Felicia hatte andere Pläne und beschloss, dass ich sie durch das Gassengewirr tragen könne und forderte dies auch mit Nachdruck ein. Eine zusätzliche Herausforderung bestand darin, dass ich immer noch in meinen nach hinten offenen Babouches unterwegs war, da wir es am Tag zu vor in Tanger versäumt hatten, andere Schuhe für mich zu kaufen.

Erwartungsgemäß war es ziemlich voll in der Medina von Chefchaouen. Touristen aus aller Herren Länder waren da, um das Wunder in Blau zu sehen und zu fotografieren (ja, das war der Grund warum ich übernachten wollte – einmal die Gassen in Ruhe erleben).

Trotz der vielen Menschen wirkten die Gassen, die wir hinauf-und hinunterstiegen, irgendwie magisch. Das Auge konnte sich nicht sattsehen an all dem Blau. Und man spürte ein dringendes Bedürfnis, die Kamera zu zücken, um diese Eindrücke einzufangen.

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Wow, wie wunderschön das war. Wie fantastisch musste es erst sein, wenn man die Gassen für sich hatte.

Chefchaouen ist definitiv ein Paradies für Fotografen. Motive finden sich an jeder Ecke, eins schöner als das andere.

Zwischendrin spielten ein paar Kinder, die sich sichtlich amüsierten über uns Besucher, die wir mit großen Augen und offenen Mündern immer wieder stehenblieben, schauten und fotografierten.

Nach einem Bummel durch das Gassengewirr kehrten wir in einem der zahlreichen Cafés auf dem Uta-el-Hammam-Platz ein. Im Schatten sitzend hatten wir einen schönen Blick auf die umliegenden Berge und die am Platz gelegene große Moschee. Zu frischgepresstem Orangensaft und dem obligatorischen Minztee nahmen wir eine Art zweites sehr spätes Frühstück ein. Zu zweierlei Sorten frischgebackenem Brot gab es Käse, Oliven, Honig und Marmelade (insgesamt haben wir ca. 50 DH bezahlt).

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Die Zeit verging leider viel zu schnell und gerne wäre ich einfach über Nacht geblieben. Dem stand jedoch entgegen, dass wir noch am selben Abend unsere Rückreise nach Marrakesch antreten mussten.

Schweren Herzens winkte ich eines der Petit Taxis heran, dass uns für 15 Dh zum Busbahnhof brachte. Unsere Tickets für den 15.00 Uhr-Bus zurück nach Tanger hatten wir bereits.

Am Busbahnhof zeigte sich wieder einmal, dass in Marokko die Uhren anders ticken. Irgendwann saßen wir vor dem kleinen Cafébetrieb mit Blick auf die herein-und herausfahrenden Busse, vor mir ein weiterer Minztee. Etwa gegen 16.00 Uhr lief dann ein Mitarbeiter der Busgesellschaft herum und sammelte uns ein. Der Bus fuhr langsam. Hin und wieder fuhr der Fahrer rechts ran, stieg aus, ging am Bus entlang, stieg wieder ein und  und fuhr dann kommentarlos weiter. Das Ganze wiederholte sich mehrmals, ohne dass jemand wusste, was der Grund dafür war. In Tétouan wurden wir dann gebeten, in einen anderen Bus umzusteigen und von da an funktionierte alles reibungslos. Im Normalfall dauert die Fahrt mit dem CTM-Bus von Chefchaouen nach Tanger drei Stunden und kostet pro Person 50 Dh.

Wir werden wiederkommen müssen um noch mehr zu sehen und diesen wunderbaren Ort intensiv auf uns wirken zu lassen. Ich bin aber sehr froh, dass wir dieses Mal zumindest für eine Stippvisite dort waren.

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