Rabat, Unterwegs in den Königsstädten
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Die unterschätzte Schönheit Rabats

Rabat hatte ich als Station auf unserer Reise eigentlich nur deshalb ausgewählt, um die lange Fahrt gen Norden zu unterbrechen. Ich hegte keine besonderen Erwartungen, sondern stellte mir eine recht langweilige, moderne und von Verwaltung geprägte Stadt vor. Zwar wusste ich, das Rabat zu den sogenannten Königsstädten zählt, aber irgendwie war ich mir sicher, dass die Stadt nicht zu den Highlights unserer Tour zählen würde.

Ich bekenne: Ich habe mich in Rabat schwer getäuscht. Die Stadt ist vielfältig, lebendig und hat wunderschöne Ecken.

Auf unserem Rundgang durch Rabat begleitete uns Khalid, der vor Ort wohnt und den ich vor einigen Monaten über Facebook kennengelernt habe.

Unsere Entdeckungstour begann dann auch zunächst nicht in Rabat selbst, sondern in der Medina der direkt daneben gelegenen Stadt Salé, wo Felicia und ich ein Zimmer in einem Riad bezogen hatten. In Salé schauten wir uns zunächst eine ehemalige Koranschule an. Informationen dazu findest du in meinem Artikel über die Medersas.

Von Salé aus kommt man mit dem Zug, der Straßenbahn (Einzelticket 6 Dh) oder aber dem Ruderboot ans andere Ufer des Flusses Bou- Regreg, der Salé von Rabat trennt.

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Wir hatten uns für die Ruderbootvariante entschieden (2 Dh pro Person). Die Boote fahren ab, wenn sie voll besetzt sind.

Was gibt es in Rabat zu sehen?

Andalusische Gärten

Etwas unterhalb der Kasbah liegt der Palast Moulay Ismails mit einer wunderschönen Gartenanlage. Hier lässt es sich insbesondere an heißen Tagen gut aushalten. Zwischen duftenden Blüten und sattem Grün, Springbrunnen und kleinen Wasserläufen finden sich zahlreiche schattige Plätzchen zum Sitzen und verweilen. Felicia hatten es insbesondere die zahlreichen Katzen angetan, die hier in der Sonne dösten.

Durch ein Seitentor gelangt man übrigens zu einem Café mit Panoramaaussicht auf den Fluss. Der Ausblick ist einzigartig. Da wir während des Ramadans dort waren, hatten wir leider keine Gelegenheit, Getränke und Speisen zu testen.

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Kasbah de Oudaias

Von dem beschriebenen Café aus gelangt man in die verwinkelten Gassen der Kasbah in denen die Häuser unten blau und im oberen Teil weiß getüncht sind. Hier geht es beschaulich zu und es gibt viele Details zu entdecken.

Die Kasbah datiert aus der Mitte des 12. Jahrhunderts und gehört seit dem Jahr 2006 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

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Hassanturm

Das Wahrzeichen Rabats ist von weither gut zu sehen. Der Turm sollte 1195 das Minarett der weltweit größten Moschee werden. Nur wenige Jahre später kamen die Bauarbeiten zum Erliegen – das Projekt wurde nicht vollendet und im 18. Jahrhundert tat ein Erdbeben sein Übriges. Die Anlage ist trotzdem sehr eindrucksvoll.

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Mausoleum

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Hassanturm  liegt das prächtige Mausoleum Mohammeds V. Breite Marmortreppen führen hinauf zum Eingang. Über dem prächtig ausgestatteten Grabmal wölbt sich eine imposante Kuppel. Das Mausoleum wird Tag und Nacht bewacht.

Die Grabstätte kann auch von Nichtmuslimen kostenlos besichtigt werden.

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Strand

Die Hauptstadt Marokkos liegt am Atlantik und bietet in unmittelbarer Nähe zur Kasbah bereits eine Strand, weiter außerhalb gibt es noch weitere Strände. Wind und Wellen sorgen dafür, dass man in Rabat auch Surfen kann. Es macht aber auch Spaß, einfach am Wasser entlangzulaufen.

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Rabat hat noch viel mehr zu bieten, weshalb wir auch wiederkehren werden. Eins steht jedoch bereits jetzt fest: Rabat ist keinesfalls langweilig.

Ich würde sagen, dass Rabat klar unterschätzt wird und deshalb auch weniger Besucher anzieht als andere marokkanische Städte. Nimmt man die Reisenden aus, die Rabat im Rahmen einer Königsstädtetour besuchen, so ist die Anzahl der Touristen die Rabat besuchen sicherlich nicht allzu hoch. Rabat wartet darauf entdeckt zu werden und bietet dabei ideale Voraussetzungen für entspannte Erkundungstouren – gerade weil die Stadt touristisch noch nicht überlaufen ist.

2 Kommentare

  1. Liebe Sabrina,
    ich bin zufällig beim Stöbern auf Deinen Artikel gestoßen. Rabat hatte ich als Reiseziel in Marokko noch gar nicht auf dem Schirm und schon gar nicht, dass es hier UNESCO Weltkulturerbe gibt. Deine schöne Fotos zeigen, dass es dort viele schöne Details zu entdecken gibt. Danke für die Inspiration.
    Liebe Grüße und bis bald mal,
    Ricarda

    • Rabat ist wirklich so schön – aber Salé sollte man sich auch anschauen, wenn man vor Ort ist. Schon wegen der Ruderbootfahrt und dem Ausblick ;).
      Liebe Grüße
      Sabrina

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