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Marokko individuell für Einsteiger- von Fès über Chefchaouen und Tétouan nach Tanger

Mein heutiger Rundreisevorschlag führt euch von Fès nach Tanger. Weitere Stationen eurer Reise sind Chefchaouen , Tétouan und Asilah.  Ihr werdet während dieser Rundreise ganz unterschiedliche Medinas, wunderbare Gebirgslandschaften und  gleich zwei Meere erleben.

In diesem Artikel beginnt die Reise in Fès, natürlich könnt ihr auch in Tanger starten.

Willkommen in Fès

Direktflüge nach Fès gibt es ab Frankfurt-Hahn und Düsseldorf- Weeze mit Ryanair zu überschaubaren Preisen (ab Hahn am Montag und Freitag, ab Weeze am Donnerstag und Sonntag).

Fès ist nicht nur eine der Königsstädte, sondern zugleich eine der größten Städte Marokkos. Wie groß die Stadt tatsächlich ist, wir einem schnell bewusst, wenn man von oben einen Blick auf die Stadt wirft.

Blick auf Fès

Meine  Highlights in der Medina von Fès

Die Medina von Fès kann den Besucher ein wenig erschlagen. Beeindruckend ist, wie eng die Gassen zum Teil sind. Allerorten fällt auf, dass Gebäude gestützt werden müssen. An vielen Ecken wurde mit Restaurierungsarbeiten begonnen, an aber genauso vielen Ecken setzt jedoch der Zahn der Zeit den Gebäuden ordentlich weiter zu.

Enge Gassen in der Medina von Fès

Es macht Spaß, sich in den Gassen treiben zu lassen und an jeder Ecke etwas Neues zu entdecken.

Lohnt es sich, die Medina mit einem Guide zu erkunden oder sollte man auf eigene Faust losziehen? Das ist Geschmackssache, wie so vieles. Die Orientierung in den Gassen wird durch Beschilderungen erleichtert. Es gibt sechs Themenrouten durch die Medina, denen man folgen kann. Jede der Routen hat eine eigene Farbe. An vielen Plätzen in der Medina gibt es Hinweistafeln, auf denen die Themenrouten aufgezeichnet sind. zusätzlich gibt es einen QR-Code, den man scannen kann. Es gibt  auch Faltpläne, in denen die Routen eingezeichnet sind. Diese sind teilweise auch in den Unterkünften erhältlich. Wir haben die Option gewählt, uns am ersten Tag führen zu lassen um dann am nächsten Tag noch einmal alleine durch die Gassen zu streifen. Um anschließende Diskussionen um die Bezahlung zu vermeiden, sollte man sich einen offiziellen Führer vermitteln lassen.

Bab Boujeloud

Eines der wohl berühmtesten Motive aus Fès ist das Bab Boujeloud , eines der Eingangstore zur historischen Medina. Bekannter ist die Seite, die mit blauen Kacheln versehen ist. Blau ist die Farbe der Stadt Fès. Auf der anderen Seite des Tores finden sich Kacheln in grün, der Farbe des Islams.

Bab Boujeloud – das wohl berühmeste Eingangstor zur Medina von Fès

Die grüne „Rückseite“ des „blauen Tors“

Medersa Bou Inania und Medersa el-Attarine

Ich bin immer wieder begeistert von den ehemaligen Koranschulen, den Medersas. In Fès gibt es gleich zwei, deren Besuch ich nur empfehlen kann. Der Eintritt kostet jeweils  10 DH.

Da ist zunächst die Medersa Bou Inania. Eine der Besonderheiten dieser Medersa ist, dass sie sogar über ein eigenes Minarett verfügt.

Medersa Bou Inania – eine Medersa mit Minarett

Original und Spiegelung

Einen Besuch lohnt auch die Medersa el-Attarine.

Medersa al-Atterine

 

Place Nejjarine

Bekannt ist auch der Brunnen an der Place Nejjarine.  Bereits aus dem 17. Jahrhundert stammend, wurde er durch die UNESCO restauriert und spendet auch heute noch Wasser. Links dahinter ist der Foundouk Nejjarine, der heute das Holzmuseum beherbergt. Ein Besuch lohnt sich bereits wegen des Gebäudes als solchem. Auf der Dachterrassse kann man auch sehr angenehm einen Tee trinken.

Der Brunnen an der Place Nejjarine

Mausoleum Moulay Idriss II

Idriss II. ist der Gründer der Stadt. Sein Grabmal ist ein Heiligtum, das sich im heiligen Bezirk Horm befindet. Für Nichtmuslime ist der Zutritt zum Mausoleum leider nicht gestattet. Aber der Blick durch die Eingangstüren und diese selbst machen einen Stopp gleichwohl lohnenswert.

Chouarra Gerberei

Nicht ganz ohne üblen Ruch geht ein Besuch der Gerbereien vonstatten. Das überreichte Minzstängel hilft da im Zweifel nur wenig. Beeindruckend ist aber der Blick von der Panoramaterrassen auf die Becken in denen gegerbt und das Leder gefärbt wird. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit zahlreiche Lederwaren zu kaufen, wobei man –wie stets- das Handeln nicht vergessen sollte.

Die Gerbereien von Fès

Karaouine Moschee

Sie war bis zum Bau der Hassan II –Moschee in Casablanca das größte religiöse Gebäude Marokkos. Im Gebetssaal finden bis zu 20.000 Gläubige Platz.

Unterkunft:

Eine wunderbare Unterkunft, die wir sehr gerne weiterempfehlen und über die in den nächsten Tagen noch ein Artikel auf dem Blog erscheinen wird, ist das Riad Lune et Soleil. Zur Einstimmung hier schon einmal einige Bilder.

Innenhof Riad Lune et Soleil

Riad Lune et Soleil Kaftansuite

Frühstück

Weiterfahrt nach Chefchaouen

Dies ist die wohl längste Etappe der Reise innerhalb Marokkos. Aber ein Besuch der  blauen Medina von Chefchaouen ist diese Mühen allemal wert. Fahren kannst du zum Preis von 75 DH (plus 5 DH für dein Gepäck) mit dem CTM-Bus. Die Fahrt dauert etwa  vier Stunden.

Der Busbahnhof von Chefchaouen liegt im unteren Teil der Stadt. Bis zur Medina ist es sehr weit. Natürlich stehen auch hier Petit Taxis bereit, die dich zum Eingang der Medina bringen.

Einen Bericht über unseren ersten Besuch in Chefchaouen findest du hier. Diesmal hatten wir das Glück in Chefchaouen zu übernachten, was wir unbedingt empfehlen würden. Nicht nur, dass die Gassen am Morgen und am Abend leerer sind, sondern auch wegen der sich mit dem Licht verändernden Farben. Vorsicht: Chefchaouen macht süchtig. Wir haben uns dort sehr wohlgefühlt und hätten wochenlang die kleine Medina durchstreifen können. Den allerbesten Minztee bekommst du  am des  Uta al-Hammam Platz im Café Nous Nous.

Hier noch einige aktuelle Impressionen aus Chefchaouen:

Blick auf die Dächer von Chefchaouen

Gasse in Chefchaouen

Markt in Chefchaouen

Hier wird der Alltag zum Farbenkunstwerk

Mützen made in Chefchaouen – über Nacht auch nach den eigenen Wünschen gestrickt

Farbenrausch

Hier möchte man Platz nehmen

Blau mit Blumen

Der beste Minztee von Chefchaouen

Moschee am Uta al-Hammam Platz

Unterkunft:

Wir haben die Unterkünfte Dar Sababa und Casa Perleta getestet und waren sehr zufrieden.

Terrasse Casa Perleta

Dar Sababa

Weiterfahrt nach Tétouan

Bergpanorama auf dem Weg nach Tétouan

Mit dem CTM-Bus geht es für 25 DH pro Person (plus 5 DH fürs Gepäck) weiter nach Tétouan. Im Gegensatz zu Chefchaouen, das sich vor Touristen kaum retten kann, ist Tétouan weniger touristisch erschlossen. Die Medina von Tétouan gilt als eine der ursprünglichsten des Landes.  Wer mit dem Bus ankommt und wenig Gepäck hat, gelangt über die Treppen gegenüber vom Busbahnhof zu Fuß in Richtung Innenstadt bzw. Medina.

Die Medina von Tétouan ist UNESCO-Weltkulturerbe und ist selbst für den geübten Marokkoreisenden eine neue Erfahrung. Wir haben im alten Teil der Medina weder Souvenirgeschäfte gesehen noch während unserer Streifzüge andere Touristen getroffen – eine gänzlich unbekannte Erfahrung. Dabei muss man berücksichtigen, dass wir im Januar unterwegs waren. Gleichwohl hat es uns erstaunt. In den Gassen der Medina gibt es ansonsten nichts, was man nicht käuflich erwerben könnte, wobei der Anteil an Gebrauchtwaren beinahe überwog. Auch hier macht es Spaß auf eine der Dachterrassen zu steigen und sich von oben einen Überblick zu verschaffen.

Über den Dächern von Tétouan

Weiß dominiert

Die Auslage ist für uns manchmal etwas gewöhnungsbedürftig

In der Medina von Tétouan

Wunderbar kontrastieren zu den Gassen der Altstadt die prächtigen Bauten aus der spanischen Kolonialzeit.

Auch das ist Tétouan

Wir waren leider nur eine Nacht in Tétouan. Diese kurze Zeit hat aber gereicht, um uns davon zu überzeugen, dass die Stadt als Reiseziel total unterschätzt wird und noch viele verborgene Schätze bereithält. Wir werden uns jedenfalls noch einmal ausführlicher in Tétouan umschauen!

Unterkunft:

Wir waren untergebracht im Blanco Riad. Auch zu dieser Unterkunft wird in Kürze ein eigener Artikel auf Felibrina erscheinen. Vorab einige Impressionen:

Blanco Riad – Suite Aicha

Blanco Riad

Weiterfahrt nach Tanger

Zur Weiterfahrt nach Tanger besteigen wir wieder einmal einen CTM-Bus, der uns für 25 DH (plus 5 DH für Gepäck nach Tanger bringt). Der CTM-Busbahnhof in Tanger liegt ziemlich weit außerhalb. Ein Taxi oder eine Abholung durch die Unterkunft ist quasi unumgänglich.

Was gibt es zu sehen in Tanger? Wir waren im November schon einmal dort und haben in diesem Artikel einige Informationen für euch zusammengefasst.

Welche Unterkünfte können wir empfehlen? Im Kasbah-Viertel haben uns das Dar Nour (Artikel zur Unterkunft hier) und das direkt nebenan gelegene Kasbah Rose (Artikel zur Unterkunft hier) begeistert. Im Herzen der Medina findet sich die Unterkunft Dar Souran, die modernes Interieur mit toller Lage verbindet und über die es auch im Laufe des Monats mehr auf dem Blog zu lesen gibt.

Dar Souran – Zimmer Romana

Dar Souran

Tagesausflug von Tanger

Von Tanger aus könnt ihr wunderbar einen Tagesausflug nach Asilah machen. Asilah kann von Tanger aus mit dem Bus oder Zug (Bahnhof 3km außerhalb) erreicht werden. Wer es bequemer haben möchte und auch noch die Herkulesgrotten und den Leuchtturm am Cap Spartel anschauen möchte, kann diese Tour auch mit dem Taxi machen. Ich habe bei den Recherchen für meinen ersten Tangeraufenthalt Hamid (taxitanger(at)gmail.com) kennengelernt, der diese Tagestour für 500 DH anbietet. Die Kommunikation fand in Spanisch statt, er spricht aber auch etwas Englisch. Wir haben die Tour nun im Januar mit Opapa Müller noch einmal gemacht und waren wieder begeistert.

Leuchtturm am Cap Spartel

Warum ihr nach Asilah fahren solltet? Schaut bitte selbst:

Asilah macht glücklich

Asilah liegt am Meer

Kunst gibt es hier an jeder Ecke

Architektur, die begeistert

Direktflüge von Tanger gibt es nach Frankfurt- Hahn (am Freitag und am Montag).

Ich hoffe, dass ihr ein wenig Lust bekommen habt, diesen Teil Marokkos auf eigene Faust zu erkunden. Bei Fragen könnt ihr uns gerne schreiben.

 

2 Kommentare

  1. wundervoll, Eure Reise durch den Norden Marokko. Auf Euren Fotos sehe ich, wie sich Fès verändert hat. 2013, als ich dort war, gab es in der Medina dort noch keine Schilder. Ohne Guide war ich im Gewirr der Gassen und Wege verloren und habe alleine nicht wieder heraus gefunden. Verzaubert hat mich Fès ebenso wie Tanger. Meine Geschichte von dort findet Ihr hier http://ecomedia.info/magic-marocco-begegnungen-in-der-konigsstadt-fes/

    • felibrina sagt

      Lieber Robert, vielen Dank für deinen Kommentar. Ja, man tut derzeit einiges, um den Besuchern die Orientierung in den Gassen einfacher zu machen. Das ist eine gute Sache. Ab und an gehört ein wenig Verlorengehen in den Medinas für mich auch dazu und führt immer wieder zu neuen und interessanten Entdeckungen. Liebe Grüße, Sabrina

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