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Marokko mit Zug und Bus erkunden

Ich habe keinen Führerschein –nein, wirklich nicht. Und bevor jetzt hier falsche Schlüsse gezogen werden: auch nie gehabt. Und so bin ich nicht nur in Deutschland, sondern auch auf unseren Reisen in Marokko meist mit dem Zug oder dem Bus unterwegs. Manchmal, wenn es in entlegenere Gebiete geht, darf es auch das Taxi sein.

Am liebsten sind wir in Marokko mit dem Zug unterwegs. Die Fahrt ist auch in der 1. Klasse bezahlbar und die Abteile lassen oft nostalgische Gefühle aufkommen. Ich mag sie total gerne, diese schweren Sitze mit den dicken Armlehnen, die mich irgendwie immer wieder an Kinosessel erinnern. Und so zieht die Landschaft an einem vorbei und meist ergibt sich auch ein Gespräch – entweder mit anderen Reisenden, die von ihrem bisherigen Trip und ihren weiteren Plänen erzählen, oder aber mit Marokkanern und Marokkanerinnen, die gerne ein wenig über ihr Land und sehr gerne über ihre Stadt erzählen. Fast immer gibt es auch etwas zu essen. Es ist, gerade wenn man mit Kindern unterwegs ist, unvermeidbar, etwas angeboten zu bekommen. Ein besonders schönes Erlebnis war insoweit das Fastenbrechen, das wir einmal im Zug von Meknes nach Salé erleben durften.

Bahnhof in Meknes

Die Strecke zwischen den Königsstädten ist zugtechnisch gut ausgebaut und auch Tanger im Norden ist mit dem Zug gut zu erreichen. Im Süden endet das Bahnnetz in Marrakesch. Von dort aus geht es nur noch mit Bussen weiter.

Nachtzüge mit Liegeabteilen verkehren zwischen Marrakesch und Tanger und Casablanca und Oujda. Eine schöne Möglichkeit, im Schlaf von einem Ort zum anderen zu  gelangen. Unseren persönlichen Erfahrungsbericht für die Strecke Tanger-Marrakesch findest du hier.

Gepäckablage im Nachtzug

Bestickte Bettwäsche und Blümchentapete

Die Bahnhöfe sind sauber, in manchen Städten wie Marrakesch oder Tanger nahezu blitzeblank. Felicia ist mit einer hellen Hose in Tanger einmal durch die Bahnhofshalle gerutscht – keine Spuren. Offensichtlich wird auch sehr viel für die Sicherheit getan – die Bahnhofsgebäude werden gut bewacht und auf den Bahnsteig gelangt nur, wer auch eine Fahrkarte hat.

Bahnhof Tanger Ville

Bahnhof in Marrakesch

Am Bahnsteig in Marrakesch

Die Beratung am Fahrkartenschalter haben wir bisher in allen Städten als sehr freundlich erlebt. Lange Wartezeiten mussten wir bislang nie in Kauf nehmen. Alles in allem sind wir begeistert vom Bahn fahren in Marokko und ziehen auf Strecken, auf denen der Zug und der Bus zur Auswahl stehen, in jedem Fall den Zug dem Bus vor.

Alle Informationen rund ums Bahn fahren in Marokko findet ihr auf der Seite der staatlichen Eisenbahngesellschaft, der ONCF (Office national des chemins de fer).

Busfahrgesellschaften gibt es en masse. Von allen Seiten wurden uns CTM und Supratours als zuverlässig empfohlen. Beide haben wir bereits getestet – an andere Busgesellschaften haben wir uns bisher nicht herangetraut.

Am Busbahnhof in Fès

In Marrakesch liegt der Supratours Busbahnhof direkt neben dem Bahnhof. Auch der CTM Busbahnhof ist in Marrakesch relativ gut zu erreichen. In anderen Orten –wie Tanger- liegt der Busbahnhof auch mal weiter außerhalb und eine gute Taxifahrt vom Zentrum entfernt.  Bei beiden Gesellschaften mussten wir für das Gepäck ein Ticket lösen. Während wir bei CTM-zumindest in den größeren Orten- das Gepäck dann am Schalter aufgegeben haben, mussten wir es bei Supratours nach Registrierung wieder mit uns zum Bus nehmen. Im Süden haben wir uns eher an Supratours gehalten, während unserer Touren im Norden waren wir ausschließlich mit CTM unterwegs. Mit einer Ausnahme haben wir bislang gute Erfahrungen mit der Pünktlichkeit gemacht. Etwas gewöhnungsbedürftig sind die fest zugewiesenen Sitze. Die Lage des Platzes und der Sitznachbar bleiben somit manchmal bis zur letzten Minute ein Geheimnis.

Auf gut frequentierten Strecken sollte man auf Nummer Sicher gehen und die Fahrkarte bereits ein bis zwei Tage vorher kaufen. Man kann auch an anderen Orten als dem gewünschten Abfahrtsort das Ticket kaufen. Wir haben z.B. im Januar, um nicht jedes Mal wieder zum Busbahnhof zu müssen, gleich in Fès alle Karten für die nächsten Fahrten gekauft.

Aussicht aus dem Busfenster

Zwischen Marrakesch und Essaouira sowie Marrakesch und Agadir fährt von Supratours ein Confort-Plus-Bus mit sehr bequemen Sitzen und stabilem Wlan (meinen Erfahrungsbericht findest du hier).

Abfahrtzeiten und Preise findest du auf den Webseiten der Busfahrtgesllschaften CTM und Supratours.

Wenn du direkt nach Ankunft in Marokko losstarten willst, lohnt sich für dich eventuell der Service von Marrakech Ticket für dich, die gegen eine Servicegebühr Bustickets besorgen und sie in dein Hotel oder auch an den Flughafen bringen.

2 Kommentare

  1. Liebe Sabrina, Deine anhaltende Marokko-Liebe kann ich mehr und mehr nachvollziehen – und wie! Ich bin bisher nur mit CTM und Supratours Bus gefahren und fand es sehr easy going, Jetzt weiß ich, dass ich auch unbedingt mal mit dem Zug in Marokko fahren muss. Einen Mietwagen habe ich bisher in Marokko auch noch nicht vermisst, obwohl ich in sonstigen Gefilden stets sehr Mietwagen-geil bin. Naja und Taxi fahren ist auch wirklich günstig. Einmal rund um die Medina von Fez hat für zwei weniger gekostet als die U-Bahn-Kurzstrecke für eine Person in Frankfurt.

    • Liebe Bärbel, unbedingt musst du das mit dem Zug einmal probieren. Taxifahren ist in der Regel sehr günstig (auch wenn ich und die Taxifahrer von Marrakesch irgendwie ein gestörtes Verhältnis haben) und manchmal auch recht abenteuerlich. Wir sind jedenfalls bisher überall, wo wir hinwollten, auch ohne Mietwagen hingekommen.

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