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Amayour Surf – Entspannung pur in Taghazout

Die Anreise

Es ist schon dunkel, als wir im Amayour Surf in Taghazout eintreffen. Wir hatten Glück und haben einen Schnäppchenflug von Hannover nach Agadir ergattert, sodass die Anreise vom Flughafen nach Taghazout nicht allzu lang ausfällt. Fast hatten wir schon nicht mehr damit gerechnet, das Flughafengebäude an diesem Tag überhaupt noch zu verlassen. Bei der Einreise standen wir im letzten Drittel der Schlange und vor uns konnten mindestens 75 % der Leute nichts mit dem Einreiseformular anfangen, das sie dann, als sie zum Schalter vortreten durften, noch unausgefüllt in den Händen hielten. Viele Frage-Antworten-Runden später durften dann aber auch wir endlich unseren Einreisestempel in Empfang nehmen.

Wir haben unseren Transfer vorbestellt und werden sanft Richtung Taghazout geschaukelt. Dort sind es dann auch nur wenige Schritte von der Hauptstraße bis zu unserem Ziel – dem Amayour Surf.

Unser Zimmer auf der Dachterrasse

Das erste, was ich sehe, sind Treppen –viele Treppen, die wir so lange aufsteigen, bis es nicht mehr weiter geht. Unsere Mühe wird aber umgehend belohnt, denn wir finden uns auf der Dachterrasse wieder. Hier befindet sich auch das von mir gebuchte Doppelzimmer, in das wir nun unseren Koffer stellen dürfen.

Die Farben mag ich sofort

Blick auf Taghazout

Das Zimmer ist klein, aber liebevoll eingerichtet. Ein einladendes Bett, ein kleiner Schrank für unsere Sachen – es ist alles da, was wir brauchen. Diesmal haben wir kein eigenes Badezimmer, aber Toilette und Dusche befinden sich nur eine Tür weiter, sodass wir uns daran nicht stören.

Die Tür zu unserem Zimmer

Nun sind wir also angekommen im Amayour Surf, das mich auf Bildern, die ich bei „Bewildered in Morocco“ gesehen habe, so begeistert hat. Felicia inspiziert erst einmal die Terrasse und will natürlich auch noch die letzten Stufen erklimmen, die auf eine kleine, oberhalb unseres Zimmers gelegene, Plattform führen. Dann schlägt bei ihr aber doch die Müdigkeit zu und sie lässt sich von mir umkleiden und zu Bett bringen.

Reisegeschichten und Rotwein

Müde bin ich auch, aber gleichzeitig aufgekratzt, wie zu Beginn jeder Reise und außerdem finden sich zunehmend Leute in der auf der Terrasse gelegenen Sitzecke ein. Ich mische mich unter die anderen Gäste, die teilweise aus Deutschland sind und zudem, wie sich im weiteren Verlauf herausstellt, noch  ganz aus der Nähe unserer Heimat stammen. Trotz meines zarten Alters von 37 Jahren hebe ich den Altersdurchschnitt, die meisten der anderen Gäste sind  wohl in den frühen 20ern.  Die entspannte Atmosphäre steckt mich sofort an. „Welcher Tag ist heute ? Wann geht nochmal unser Rückflug?“. Solche und ähnliche Sätze bzw. Fragen, die fallen, sind für mich ein positives Zeichen. Ein Zeichen dafür, dass man hier vollends entspannen und abschalten kann und Zeit nicht so wichtig ist.

In Taghazout selbst kann man in den Geschäften keinen Alkohol kaufen. Das Amayour Surf hält aber Wein und Bier zum Verkauf bereit. An diesem Abend ist das Bier aus, aber ein schmackhafter Rotwein für  120 DH die Flasche ist noch im Angebot. Und so sitze ich mit den anderen Gästen bei Wein auf der Terrasse und es werden Reisegeschichten und Tipps ausgetauscht. Später gesellen sich nochdie Betreiber Shiraz und Myhan  hinzu und es fühlt sich irgendwie so gar nicht an, als sei ich gerade erst wieder in Marokko angekommen.

Irgendwann bin dann aber auch ich wirklich müde und schlafe wunderbar in unserem Bett in unserem kleinen Zimmer auf der Dachterrasse. Felicia tut mir ist gnädig und schläft die ganze Nacht durch, sodass wir beide gut ausgeruht aufwachen.

So darf gerne jeder Tag beginnen

Am nächsten Morgen muss ich natürlich noch vor dem Duschen hinauf aufs Dach und die Umgebung auf mich wirken lassen. Wow, wir sind echt total nah am Meer. Erneut breitet sich Freude in mir aus.

Nach einer erfrischenden Dusche und nun sommerlicher angezogen sind wir bereit fürs Frühstück, das natürlich auch auf der Terrasse serviert wird. Alle Gäste, die Frühstück bestellt haben, frühstücken zusammen an einem Tisch. An unserem ersten Morgen sind wir alleine, an den beiden Folgetagen geraten wir in  nette Frühstücksrunden. Jedenfalls ist das Frühstück im Amayour Surf  der absolute Hammer. Viel frisches Obst, leckere Eier, frisches Brot, frischgepresster Orangensaft, leckerer Tee, richtig guter Kaffee und vieles mehr. So darf ein Tag gerne beginnen.

Unterwegs in Taghazout

Die meisten der Gäste sind zum Surfen hier. Das Hostel  bietet auch Surfunterricht an und man kann zudem verschiedene Ausflüge buchen. Felicia und ich lassen es ganz ruhig angehen. Wir genießen ausgiebig unser Frühstück und machen uns dann auf, um Taghazout zu erkunden.

2015 waren wir schon einmal mit der ganzen Familie vor Ort und ich bin neugierig, ob sich etwas verändert hat. So stromern wir durch die bunten Gassen ohne Ziel und landen schließlich am Strand. Beide lieben wir das Meer sehr und Zufriedenheit breitet sich aus. Sofort werden einige Steine eingesammelt und ins Meer geworfen und die bräsig in der Sonne liegenden und auf Kundschaft wartenden Dromedare neugierig beäugt. Der direkt an den Ort angrenzende Strand könnte noch immer etwas sauberer sein, bei genauem Hinschauen ist der hier und da umher liegende Müll nicht zu übersehen. Aber nach meinem Eindruck hat sich die Situation seit 2015 verbessert. Für die richtig schönen Strände muss man sich etwas aus dem Ort hinausbegeben.

Streetart in Taghazout

Immer möglichst nah am Wasser

Gemütlich geht es zu in Taghazout

Im Zentrum von Taghazout

Ziemlich bunt geht es hier zu

Wir sind trotzdem gerne hier in Taghazout und lassen uns von der relaxten Stimmung anstecken. Immer wieder bleiben wir stehen und schauen aufs Wasser und die heranrollenden Wellen. Als der Hunger wieder zuschlägt kehren wir in eines der direkt am Wasser gelegenen Lokale ein. Wer hier ungünstig sitzt, kann auch schon einmal mit einer unfreiwilligen Dusche rechnen. Mit Blick aufs Wasser schmeckt der gegrillte Fisch gleich noch einmal so gut.

Im Surf It haben wir ziemlich lecker gegessen

Hier sitzt man ganz nah am Wasser

Es gibt Fisch – was sonst

Auch andere Restaurants haben schöne Fische

Jeder braucht mal eine Pause

Viel Zeit verbringen wir auch einfach auf der farbenfrohen Dachterrasse des Hostels mit Lesen, Aufs-Wasser-Blicken und ähnlichen Aktivitäten. Die beiden Schildkröten, die auf der Dachterrasse unterwegs sind, werden von Felicia zwar aufmerksam beobachtet, ein Eindringen in unser Zimmer verbittet sie sich aber.

Hier kann man es gut aushalten – Blick vom Amayour Surf aufs Wasser

Nichts kann sie aufhalten

An unseren zweiten Abend gibt es ein wunderbares Barbecue auf der Dachterrasse mit gegrilltem Fisch und richtig tollen Salaten, das uns zeigt, dass im Amayour Surf nicht nur das Frühstück ein Gaumenschmaus ist.

 

Wir bleiben schließlich eine Nacht länger als geplant. Felicia, die total auf frische Fruchtsäfte abfährt, hat es damit wohl übertrieben und hat Magenprobleme. Keine guten Voraussetzungen für eine mehrstündige Busfahrt. Eigentlich ist unser Zimmer anderweitig vergeben an eine Freundin von Shiraz, die einige Tage im Amayour Surf zu Gast sein wird. Die verzichtet dann aber für eine Nacht auf das Zimmer und stellt es uns zur Verfügung, wofür wir sehr dankbar sind.

Gerne wieder ins Amayour Surf

Wir hatten eine wunderbare Zeit im Amayour Surf. Das Zimmer war schnuckelig und die Verpflegung super. Auch sind wir total liebevoll umsorgt worden. Zu den Dorms, die weiter unten im Haus sind, können wir nichts sagen, aber alle Gäste, die wir getroffen haben, strahlten größte Zufriedenheit aus.

Das Amayour Surf ist nicht rundum perfekt, hat aber einen unwiderstehlichen Charme, dem wir erlegen sind. Wir kommen wieder auf „unsere“ Dachterrasse.

Für unser Doppelzimmer haben wir ca. 35 Euro pro Nacht bezahlt, für das Frühstück jeweils noch einmal ca. 5 Euro.