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Wohlfühlorte in Meknès

Heute nehmen wir euch wieder mit in eine der marokkanischen Königsstädte – es geht nach Meknès.

Obwohl Meknès -die jüngste der marokkanischen Königsstädte- auf organisierten Rundreisen durch Marokko eine häufige Station ist und einiges an Sehenswertem zu bieten hat, führt die Stadt seit jeher  ein Schattendasein neben dem größeren und bedeutsameren Fès. Zu Unrecht, wie wir finden.

Wir hatten bereits im letzten Sommer im  Rahmen eines  von Salé aus unternommenen Tagesausflugs  festgestellt, dass sich ein Besuch  in Meknès auf jeden Fall lohnt und haben diesen ersten Eindruck während unserer Marokkoreise in diesem Juli noch einmal vertiefen können.

In diesem Artikel begebe ich mich mit euch an unsere beiden Lieblingsorte in der Stadt. Außerdem stelle ich euch  zwei Unterkünfte vor, die sehr unterschiedlich sind, uns jedoch jeweils auf ihre Weise begeistert haben.

Medersa Bou Inania

Wo ich mich in Meknès am wohlsten fühle?  Auf der Dachterrasse der ehemaligen Koranschule, der Medersa Bou Inania. Es ist befreiend, dort oben zu stehen und einen Blick auf die umliegende Medina und das wunderschöne grüne Minarett der Großen Moschee zu werfen. Alleine für diesen Augenblick hat sich für mich ein weiteres Mal die Reise nach Meknès gelohnt. Und auch Felicia ist sichtlich angetan  von dem Ausblick, der sich ihr bietet. Sie erklettert sich die gesamte Terrasse und zeigt immer wieder auf umliegende Dachterrassen und das Minarett. Wieder einmal sind wir ganz alleine hier oben und ein wenig ist es, als stehe die Welt um uns still. Vor wenigen Augenblicken noch, haben wir uns durch die Gassen der quirligen Medina treiben lassen und nun sind wir ganz für uns.

Eine Oase der Ruhe und ein Ort architektonischer Schönheit ist auch der Innenhof der Medersa. An diesem heißen Sommertag haben wir ihn ebenfalls längere Zeit ganz für uns alleine. Wir sitzen zunächst auf der Erde, die kühlen Fliesen sind bei diesen Temperaturen angenehm, und schauen in alle Richtungen. Ich bin bestrebt, diese Schönheit auch fotografisch zu erfassen, aber mit dem Original kann kein Foto mithalten.

Zwischendurch gehen wir immer wieder einmal auf und ab und bleiben stehen, um einzelne Details näher zu betrachten. Felicia findet zudem, dass man an diesem Ort wunderbar Verstecken spielen kann. Die Aufsicht kommt, durch Felicias Lachen herbeigerufen, und schaut sichtlich amüsiert zu, wie meine Tochter sich den Hof spielend erschließt. Keine Rüge, kein erhobener Zeigefinger folgen, man freut sich offensichtlich an so viel kindlicher Begeisterung. Es wird nicht verwundern, dass wir es während unseres Aufenthaltes in Meknès nicht bei einem Besuch belassen haben.

 

Der Eintritt in diese kleine Welt für sich kostet nur 10 Dh.

Museum Dar Jamai

Ebenfalls ganz zentral gelegen, nämlich direkt am Platz el-Hedim, findet sich das Museum Dar Jamai. Nachdem wir im letzten Jahr, da wir an einem Dienstag in Meknès waren, auf einen Besuch verzichten mussten, galt es diesen nunmehr nachzuholen.

Was uns erwartete, war ein kleines Paradies. Dem chaotischen Verkehr vor dem berühmten Bab Mansour und dem Treiben auf dem Platz entkommen, finden wir uns  auf einmal inmitten eines wunderbaren Gartens mit Orangenbäumen und kleinen Brunnen wieder. Es grünt und blüht um uns herum, Katzen liegen faul in der Sonne und auch wir lassen uns erst einmal auf einer Mauer nieder, um diesen Ort zu bestaunen.

Das Gebäude, in dem das Museum untergebracht ist, ist ein ehemaliger Wesirspalast. Ausgestellt findet sich marokkanische Volkskunst, von Schmuck über Keramik, Teppiche und Kleidung und vieles mehr. Neben dem Garten ist für mich jedoch einmal mehr das Gebäude selbst das eigentliche Juwel, das es zu entdecken galt. Auch Felicia macht es Spaß, Raum für Raum zu erkunden und gelegentlich vor den Vitrinen stehenzubleiben und mich zu deren Inhalt zu befragen. Auch hier zeigt man sich kinderfreundlich und albert mit Felicia herum. Zudem werden unsere Fragen ausführlich beantwortet. Nach dem Rundgang durchs Gebäude verweilen wir noch eine geraume Zeit in dem Garten im Hof und obwohl wir diesen Ort kurz vorher erstmals betreten haben, fühlt er sich für mich bereits wohlig vertraut an.

Das Museum ist –außer am Dienstag- täglich von 9-12 und von 15-18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 10 DH.

Riad Yacout

In unmittelbarer Nähe des Bab Mansour und des Herzens der Medina ist das Riad Yacout gelegen. Trotz dieser  optimalen Lage, ist das Riad mit dem Auto /Taxi direkt zu erreichen, was je nach Umfang des Gepäcks ein entscheidender Vorteil sein kann. (Stand Sommer 2017:Derzeit wird der Platz vor dem Riad umgebaut, eine Anfahrt ist aber dennoch möglich.)

Das Gebäude stammt aus dem 18. Jahrhundert und wurde 2008 restauriert. Das Riad verfügt über 14 Zimmer unterschiedlicher Kategorien. Diese sind individuell gestaltet und bieten allen modernen Komfort. Wlan ist in allen Bereichen verfügbar, wobei der Empfang jedoch am besten unten in der Lobby ist.

Der schönste Ort des Hauses ist die Dachterrasse mit Blick auf die Stadtmauer, wo man sonnenbaden, im kleinen Pool Abkühlung suchen oder aber auch frühstücken und zu Abend essen kann.

Das Frühstück ist großzügig bemessen und zeichnet sich vor allem durch die Frische der Zutaten aus. Wir hatten zuvor die guten Kritiken des hauseigenen Restaurants gelesen und haben auch dieses ausprobiert. Die Speisekarte ist eher überschaubar, das Essen jedoch sehr lecker. Leider gibt es- das hat sich anscheinend geändert- nicht mehr die Möglichkeit, ein Glas Wein zu Essen zu bestellen.

Wir hatten ein Zimmer der Kategorie Superior gebucht.  Die Zimmerpreise beginnen –je nach Kategorie- bei etwa 50 Euro.

Hotel Transatlantique

Etwas weiter weg von der Medina gelegen –dafür mit absolut zauberhaftem Ausblick auf diese- kann man im Hotel Transatlantique übernachten. Hierbei handelt es sich um ein etwas größeres Traditionshaus (120 Zimmer, davon 5 Suiten) mit reichlich Patina.

Es gibt einen Gebäudeteil aus den zwanziger Jahren und einen „Neubau“ aus den siebziger Jahren. Beide liegen inmitten eines parkartigen Geländes mit Blick auf die Medina von Meknès. Mich begeisterte der Art Déco Stil des Altbaus sehr. Es gibt zwei Außenpools, jeweils einen bei jedem Gebäudeteil. Der Pool beim neuen Gebäudeteil ist von einer größeren Rasenfläche mit Bäumen umgeben und es gibt eine Snackbar. Weniger frequentiert, aber von uns sehr geliebt, der „ältere“ Pool, den wir schon zum Sonnenaufgang aufsuchten und von wo wir  zusehen konnten, wie Meknès langsam in ein warmes Licht getaucht wurde. Dort lässt es sich zum abendlichen Ausklang auch gut an einem der Tische mit Blick auf die Medina bei einem Glas Wein oder einem frischgepressten Orangensaft verweilen.

Die Zimmer sind geräumig und bieten alles Notwendige. Die Jahre sind jedoch nicht spurlos an ihnen vorbeigegangen. Wir fanden diese kleinen Mängel aber eher liebenswert. Es gibt zwei Restaurants mit Panoramablick, auch das Frühstück wird mit einem Blick auf Meknès genossen. Da kann man dann auch schon einmal darüber hinwegsehen, dass das Essen eher durchschnittlich ist. Wir haben aber alles gefunden, was wir brauchten und wurden liebevoll umsorgt.

Uns hat es gut gefallen, im Transatlantique. Man kann hier wunderbar abschalten und ganz Meknès ist mit dem Petit Taxi schnell erreichbar. Zimmer sind auch hier ab etwa 50 Euro zu haben.

Meknès lohnt

Es gibt noch viel mehr zu entdecken in dieser schönen Stadt. Vielleicht warst du auch schon da und hast einen anderen Ort in Meknès zu deinem Lieblingsort erkoren. Dann lass uns gerne daran teilhaben. Falls du noch nicht in Meknès warst, hoffe ich, dass ich dir ein wenig Lust auf die jüngste der marokkanischen Königsstädte machen konnte. Wir kehren auf jeden Fall dorthin zurück.

 

8 Kommentare

  1. Hallo Sabrina,
    ein sehr schöner Bericht und tolle Bilder 😊.
    Ich werde um November das erste mal in Meknes sein und freu mich schon riesig darauf.

    • Danke, liebe Julia. Vorfreude ist auch schon mal schön und bestimmt wird Meknès auch dir gefallen. Ich bin gespannt, welches dein Lieblingsort in der Stadt werden wird.

  2. Maryam sagt

    Ein schöner Beitrag über meine Wahlheimatstadt. Die Landschaft rund um Meknes ist das, woran ich mein Herz verloren habe. Die alte Kornkammer Heri es-Souani ist auch noch sehenswert, und ein wunderbares Platz zum spielen. Viele Grüße aus Meknes M.

    • Vielen Dank für deinen Tipp. Wir waren letztes Jahr kurz bei der alten Kornkammer, müssen aber unbedingt noch einmal hin. Dass du dir diese Gegend als Wahlheimat ausgesucht hast, kann ich gut verstehen :). Liebe Grüße

  3. Ute Henning sagt

    Schöner Bericht! Meknes hat wirklich einiges zu bieten. Die alten Speicher finde ich auch toll, super Athmosphäre darin. Im April findet in unmittelbarer Nähe immer eine große internationale Landwirtschaftsausstellung statt, auch sehr sehenswert!
    Was selten erwähnt wird, ist das Meknes eine, meiner Meinung nach, besonders schöne Markthalle hat, Angebot und Präsentation gefallen mir jedesmal sehr. Die Markthalle liegt unmittelbar am großen Platz gegenüber dem Bab El Mansour

    • Die Markthalle hat uns auch gut gefallen. Felicia war im Schlaraffenland und wurde reichlich mit süßen Dingen bedacht. Danke für deine Tipps <3

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