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Reisen nach Marokko – Kindererziehung in Zeiten von Terroranschlägen

Die Anschläge der letzten Monate gehen an uns allen emotional nicht spurlos vorbei. Aus einer sich verstärkenden diffusen Angst vor weiteren Übergriffen werden -als teils unbewusste-Reaktion – gedanklich von vielen Menschen  Dinge in einen großen Topf geworfen, die nicht zusammengehören. In diesen Tagen  kommt dann auch wieder vermehrt die Frage auf, warum ich nach Marokko reise, noch dazu mit meiner kleinen Tochter.

Unsere Angst und Verzweiflung macht uns zusehends unfähig, die Dinge zu unterscheiden und wir beginnen mitunter Gefahren dort zu sehen, wo sie uns gerade nicht erwarten. Marokko ist ein sicheres Reiseland. Dies ändert sich auch nicht dadurch, dass bei den Attentätern in Europa immer wieder Verbindungen zu unserem Herzensland bekannt geworden sind. Gleichwohl herrscht in Deutschland und den umliegenden Staaten eine zunehmende Verunsicherung und eine schwer zu greifende Angst vor allem, was Bezüge zum Islam hat.

Als umso wichtiger empfinde ich es, gerade jetzt  mit meinen Kindern, der neuen Generation, deren Bewusstsein sich gerade herauszubilden beginnt, nach Marokko zu fahren. Sie sollen nicht aufwachsen in einem Klima von Misstrauen gegenüber anderen Religionen und Angst vor interkulturellem Austausch. Vielmehr sollen sie zu offenen, toleranten Menschen heranwachsen, die hoffentlich in der Lage sein werden, das Handeln einzelner Individuen und Gruppierungen als solches zu erkennen und nicht unreflektiert große Teile der Weltbevölkerung als potentiell  gefährlich einstufen.

Meine Tochter war noch kein Jahr alt, als ich begann, Marokko mit ihr zu bereisen. Seither waren wir häufig dort. Mal für mehrere Wochen, einige Male auch nur ganz kurz. Während dieser Aufenthalte haben wir bereits viel von  Marokko gesehen und sehr unterschiedliche Menschen kennengelernt. Wir haben die touristisch geprägten Großstädte besucht und uns auch in ländliche Gebiete mit wenig Tourismus vorgewagt. Neben zahlreichen Europäern, die in Marokko ihre zweite Heimat gefunden haben, haben wir auch marokkanische Familien kennengelernt. Egal, wo wir unterwegs haben, sind wir auf Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft gestoßen. Während der beiden vergangenen Jahre haben wir Marokko während des Fastenmonats Ramadan besucht und haben gemeinsam mit marokkanischen Freunden am Fastenbrechen teilgenommen.

Riad Dar Aby Marrakesch im Januar 2016

Marokko ist für uns zunehmend vertraut geworden, auch wenn wir immer wieder neue spannende Orte entdecken. Wir sind freundlich aufgenommen worden und zwar nicht nur von jenen, die ihr Geld im Bereich des Tourismus verdienen. Es ist mir zu einem persönlichen Anliegen geworden, dass Felicia diese positiven Erfahrungen immer wieder macht, um ein Gegengewicht zu setzen zu einer aufkeimenden Stimmung in Deutschland und Europa. Ich wünsche mir dies auch für meinen Sohn Julius, der mich nur dann und wann auf unseren Reisen begleitet (der männliche Teil der Familie ist wenig reisefreudig). Aus diesem Grunde wird unsere letzte große Reise vor dem Schulbeginn im nächsten Jahr uns auch gemeinsam nach Marokko führen.

Marokko hat es nicht verdient, dass wir dem Land aus Furcht die kalte Schulter zeigen. Gerade jetzt sollten wir erst recht reisen – und zwar mit unseren Kindern.

5 Kommentare

  1. Danke für das schöne Statement. Ich reise auch am 5.10. wieder mit 10 Leuten hin. Auch mir ist es ein Bedürfnis, vielen menschen das traumhaft schöne land und seine Menschen zu zrugen. Sie werden nach unserer Reise nur Gutes zu berichten haben.

  2. Hallo Sabrina,
    danke für deine Eindrücke.
    Einige meiner Freunde, sind und waren sehr oft mit ihren Kindern im herrlichen Marokko unterwegs. Teilweise waren die Kinder gerade mal 6 Monate jung und die Reisen und das Leben im Geländewagen dauerten bis zu 4 Monate. Und alle lernten Marokko und die gastfreundlichen Menschen lieben und schätzen. Viele besuchen immer wieder dieses herrliche Land.
    Was mir an den Kindern auffällt, die mit ihren Eltern viel gereist sind und nun ein paar Jahre älter sind, ist deren Offenheit zu gegenüber Menschen aller Nationalitäten.
    Auch ist diesen Kindern bewusst, dass wir hier in Deutschland in einem Schlaraffenland leben und sie den „materiell Armen“ etwas abgeben möchten, oder auf gewisse Dinge bewusst Dinge verzichten.
    Ich persönlich habe mich in dieses orientalische Land und die Menschen, inbesondere die, die auf dem Land leben, verliebt. Dort sehe ich noch ein Lächeln beim Einkauf, spüre die Wärme, die Herzlichkeit und Offenheit der Menschen. Das vermisse ich immer mehr in unserem materiell, so reichen Land.
    Ich freue mich auf meine nächste Tour im Dezember 2017..

    Liebe Grüße Martin

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