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Marokko bereisen – spontan und ohne Plan

Ich habe es wieder getan. Bevor wir nach Marokko aufgebrochen sind, habe ich einen ziemlich umfassenden Ablaufplan gemacht. Unterkünfte wurden gebucht, Bus- und Zugverbindungen heraus gesucht. Um dann vor Ort wieder festzustellen: so funktioniert das nicht. Der Plan geht nicht auf – und es ist nicht schlimm.

Marokko überrascht mich immer und ich finde mich auf einmal an Orten wieder, an die ich vor Aufbruch in Deutschland überhaupt nicht gedacht habe. Manchmal kommt auch das Gefühl auf, noch nicht abreisen zu können, oder ganz neue Ideen entstehen, die durch Impulse wie ein Foto oder auch einen Leserkommentar hervorgerufen werden können. Wenn dann der nächste geplante Baustein nicht mehr passt, dann löst das mitunter einen Dominoeffekt aus und die ganze schöne Planung fällt in sich zusammen.

Ich bin mittlerweile an einem Punkt angelangt, an dem sich immer mehr das Gefühl breit macht, dass ich viel weniger planen , sondern mich vielmehr einfach treiben lassen sollte. Es gibt nichts, dass wir unbedingt auf dieser konkreten Reise erlebt oder gesehen haben müssen. Wir sind vielmehr an jedem Tag frei, spontan zu entscheiden, wie diese Reise weitergehen soll. Planung und Strukturen, Abläufe, das ist etwas, dem wir in Deutschland zu Genüge unterworfen sind. Hier in Marokko sollen für uns ums Loslassen und um den Moment gehen.

Es gibt Unterkünfte, die einen solchen Wohlfühlfaktor haben, dass man sich nicht ohne Weiteres trennen kann, das gilt natürlich auch für Orte. Auch Begegnungen während einer Reise führen immer wieder zu neuen Inspirationen.

Trotzdem traue ich mich scheinbar noch nicht, das Planen ganz bleiben zu lassen, einfach tagesaktuell zu entscheiden, wie die Reise weitergeht. Dies jedoch möchte ich auf unseren kommenden Reisen einmal ausprobieren.

Geht das mit Kleinkind ? Eine nicht unberechtigte Frage. Ich habe jedoch das Reisen in Marokko als unkompliziert erlebt. Alle notwendigen Informationen lassen sich schnell im Internet abfragen – egal, ob es um Busverbindungen oder Unterkünfte geht.

Fix sollen nur noch Ankunft und Abflug sein und vielleicht eine Unterkunft für die erste Nacht.

Sicher ist dies nicht für jeden etwas. Und wenn viele Personen zusammen auf Reisen gehen, ist das mit der spontanen Flexibilität naturgemäß auch schwieriger. Aber für uns könnte es funktionieren und ich glaube, dass es unsgut tut.

Manchmal ist es auch Felicia, die mir deutlich signalisiert, dass sie noch nicht bereit ist, einen Ort wieder zu verlassen. Es ist mir wichtig, dass sie sich wohlfühlt – und darum führen auch diese Signale manchmal zu kurzfristigen Planänderungen.

Ich glaube auch, dass diese Art des Reisens zu Marokko passt. Planlos, emotional, manchmal nicht perfekt, aber voller Erlebnisse und wunderbarer Begegnungen.

Auf unserer derzeitigen Reise haben wir zwei feststehende Daten. Am 12. Januar treffen wir die Restfamilie und einen Freund in Laayoune. Und am 11. Februar heißt es dann Abschied nehmen von Marokko und Rückkehr in den deutschen Winter. Der 12. Februar ist mein erster Arbeitstag.

Und dann gibt es da noch einen anderen Aspekt. Vielleicht gelingt es uns auch irgendwann, langsamer zu reisen und mehr Zeit an einem Ort zu verbringen. Für mich ein schwieriges Unterfangen. Ich bin gerne unterwegs um Neues zu entdecken. Und ja, ich habe auch ein wenig Angst, was von Marokko zu verpassen. Vielleicht verpassen wir gerade durch diese Eile aber manchmal auch ganz besondere Momente. Ich bin gespannt, wie sich unsere „Reisegeschwindigkeit“ auf den nächsten Reisen entwickeln wird.

Wie ist es bei dir ? Kannst du dir vorstellen, ohne Plan durch Marokko zu reisen ?

10 Kommentare

  1. Aly El Ghoubashy sagt

    Liebe Sabrina!
    Gratuliere zu deinem Blog!
    Ich bin noch immer Araber geblieben, obwohl ich mehr als die Hälfte meines Lebens nun mit deutschsprechenden Menschen lebe und arbeite. Insofern kann ich mir eine „planlose“ Reise in einem arabischen Land natürlich gut vorstellen. Ich war mehrmals in Marokko, jedoch immer mit einem „deutschen“ Plan – auf dem Papier – , denn ich bin nicht als Tourist gereist. Meine Arbeit dort veranlasste mich immer wieder kurzfristig und vor Ort dann doch zu „planen – umzuplanen – hin- und her zu planen“…..Ich weiß nicht, wie ich reagiert hätte als Deutscher, Österreicher oder Schweizer…..wie gesagt, ich bin und bleibe Araber. In den arabischen Ländern ist man durch das menschliche Chaos gezwungen, immer im Moment zu leben, dadurch hat oder hätte man die Möglichkeit, sich selbst zu finden……Ich habe mich von euch verabschiedet, eine Woche später musste ich arbeiten und ich beneidete euch! Genießt Marokko, bevor ihr in die graue Zone kommt!
    Aly El Ghoubashy

    • Vielen Dank für deine lieben Worte. Schön, dich in Saiidia kennengelernt zu haben. Wir geben unser Bestes, um noch ein wenig die Sonne und die Gastfreundlichkeit hier vor Ort aufzunehmen und grüßen herzlich aus Dakhla.

  2. Hi Sabrina – genau vor der Herausforderung des dt Plans stehe ich derzeit 🙂 Wir würden gerne – ähnlich wie Du ja auch – ohne Auto Marokko bereisen und haben schon einige Fixpunkte im Plan, das wären insbesondere die Kasbah Toubkal und/oder Imli mit deren Trekkingangebot für ein paar Tage und noch Marrakesh, der Rest ist offen. Und jetzt schwanke ich sehr stark (auch nach dem Stöbern in deinem Blog), ob wir es eher ruhig angehen lassen (also länger für Marrakesh und Essaouria, ob wir uns in den Nachtzug legen und/oder eine Wüstentour machen. Ursprünglich geplant war ja 4-5 Tage Marrakesch und treiben lassen, 3-4 Tage Essaouria zum relaxen, 5 Tage Atlas. Da bleibt dann eine Woche übrig für Wüste oder Köngsstädte, aber was wir – ähnlich wie du schreibst, vermeiden wollen, ist, das ganze im Touristyle durchzuhetzen, aber doch was zu sehen. Finde ich gerade schwierig 🙂

    • Das hängt sehr von eurer Reisezeit ab. Ich bin bekennender Wüstenfan und tendiere eher dazu, zur Wüste zu raten. Aber eben nicht im heißen Sommer.

      Bei der Wüste würde ich eher Erg Chegaga empfehlen. Ihr könnt mit dem Bus über den Pass fahren und euch Ouarzazate und Ait Ben Haddou anschauen. Einen Übernachtungsstop ist Agdz wert, wo ihr in der tollen Casbah des Arts übernachtet könnt – ein besonderes Erlebnis- dann mit dem Bus weiter nach Mhamid. Dort organisieren verschiedenste Anbieter eure Wüstenübernachtung.Ich habe auf dem Blog zwei Artikel veröffentlicht. Eins zu unserem Hotel in Mhamid und zu unserem Wüstentrip. die Preide vor Ort sind sehr unterschiedlich- je nach Aussattung des Camps. Ideal wäre nach meiner persönlichen Meinung Agdz auf dem Hinweg als Stop und Ouarzazate mit Ait Ben Haddou auf dem Rückweg. An einigen Tagen gibt es auch erschwingliche Flüge von Ouarzazate nach Marrakesch. Wir haben das jetzt im Februar gemacht und sind mit einer Propellermachine über das Gebirge geflogen, war schon sehr schick und eine Wiederholung wert, wobei der Bus natürlich günstiger ist.

      Falls ihr doch im Sommer losfahrt, verliere ich gerne noch ein paar Worte zu den Königsstädten ;).

      Liebe Grüße
      Sabrina

      • Danke! Wir sind inzwischen schon etwas konkreter in der Planung – wird der ganze Oktober, wir starten in Marrakesch, dann Trekking in Imlil für 5 Tage mit der Kasbah Toubkal, dann ein paar Tage relaxen in Essaouira und dann wahrscheinlich 5 Tage Wüste über Ait Ben Haddou nach Egg Cherbi und dann anch Fez (mit Fahrer). Danach sind wir aber noch komplett „frei“ für 10 Tage für die Königsstädte (und ich würde ja gerne auch Moulay Idriss anschauen 🙂 Von daher sind wir wahrscheinlich ein paar Tage dort/in Meknes und dann in Asilah, um von dort aus Tagestouren nach Tanger/Chefchaouen zu machen (wir wären gerne für 4-5 Tage an einem Ort, wo wir auch mal „nix“ machen und ausspannen, da sah Asliah in deinem Bericht ideal dafür aus!)…. Casablanca und Tedouan fällt damit raus, ggfs sogar Rabat oder ein Tag in Tanger. Schwierig, selbst mit 4 Wochen 😉 Deine Berichte sind alle so gut/verlockend, da bräuchten wir 2 Monate für alles 🙂

        • Klingt doch schon sehr gut :)! In Asilah gibt es einige schöne Unterkünfte über Airbnb. Meknes ist wunderbar, es lohnt sich aber in jedem Fall auch, in Moulay Idriss zu übernachten. Ich träume ja weiterhin von einem ganzen Marokkoreisejahr (mit kurzen Unterbrechungen jeweils nach 90 Tages-Frist). Aber daraus wird wohl leider in absehbarer Zeit nichts. Dann bleibt immer wieder die Vorfreude auf den nächsten Trip.

  3. Aly El Ghoubashy sagt

    Hallo Sabrina,
    ich mach mir Sorgen! Geht es euch in Hessen gut?
    Ich habe dir geschrieben, bis jetzt keine Antwort erhalten!
    Ich hoffe es nicht, dass ihr wie ich unter Fernweh leidet!
    Schöne Grüße
    Aly

    • Entschuldige bitte, aber im Moment bin ich im Beantworten von Nachrichten ganz schlecht – es ist so viel los. Ich habe wie immer großes Fernweh und freue mich darauf, Anfang Mai endlich wieder in Marokko zu sein. Ich hoffe, dir geht es auch gut. Danke für deine Nachrichten. Ich hoffe, ich komme in Kürze mal endlich dazu, ausführlicher zu antworten.

  4. Geli sagt

    Hallo Sabrina,
    habe soeben Deine schöne Seite über Marokko entdeckt. Wir (Familie mit einem 13 j. Sohn) haben für Ende Mai einen Flug nach Marrakesch gebucht und für die ersten 2 Nächte auch ein Riad. Wir möchten ab den 3. Tag eine Reise in die Wüste ( mit 1 Ü) unternehmen.
    Ich las, dass es unzählige Anbieter gibt, die solche Reise anbieten. Was würdest Du uns
    empfehlen? ( die meisten bieten Erg Chebbi an mit Stops in Q. + A.B.) bzw. wo sollte man
    buchen? Reiseagenturen i.d. Medina oder evtl. über Empfehlung des Riad´s?
    Wir sind anschl. in Essaouira für 4 Tage und dann wieder 2 Tage Marrakesch bevor es
    wieder zurückgeht. Über eine kurze Info freue ich mich sehr.
    Liebe Grüße
    Geli

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