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Chez le Pacha – Wohlfühlhotel am Rande der Wüste

Felicia und ich waren im letzten Frühjahr das erste Mal in der Wüste und seither hat mich dieses Erlebnis nicht mehr losgelassen. Und so konnten wir unsere Winterreise nicht beenden, ohne zuvor noch einmal in der Wüste gewesen zu sein. Nachdem wir im letzten Jahr von Merzouga aus die Wüste entdeckt haben, sollte es nun von Mhamid aus mit der ganzen Familie in die Wüste gehen. In diesem Artikel stelle ich dir unsere Unterkunft in Mhamid vor, unserer Nacht im Camp am Erg Chegaga widme ich einen eigenen Artikel.

Und nun kommt erst einmal mit nach Mhamid ins Chez le Pacha:

Wir sitzen an einem Januarmorgen vor unserem Hotel am Busbahnhof in Ouazazarte und genießen unser Frühstück in der Sonne, als ein Taxi vorfährt. Der Fahrer steigt aus, schaut sich um und uns fragend an. Schnell ist geklärt, dass es unser Taxi nach Mhamid ist, das gut eine halbe Stunde vor der Abfahrtszeit bereitsteht. Wir beenden in aller Ruhe unser Frühstück während der Fahrer sich seinerseits in der Sonne niederlässt und sich einem Tee widmet. Als wir mit unserem Frühstück fertig sind und unser Gepäck verladen ist, geht die Fahrt in Richtung Süden los. Die Kinder sind wie meist schnell eingeschlafen und Helmut und ich genießen das Landschaftskino. In Zagora legen wir eine Pause ein und essen zu Mittag. Danach geht es -diesmal unter Hörspielbegleitung- weiter Richtung Süden (Der Transfer wurde vom Chez le Pacha für uns organisiert, hat bestens geklappt und kostet 700 Dh).

Nachmittags sind wir dann endlich am Ziel und dürfen hinaus in die winterliche Sonne. Auf dem Weg zu unserer Suite bekommen wir einen ersten Eindruck von der Anlage und Felicia und ihr Bruder wollen gleich zu einem umfassenden Erkundungsgang aufbrechen. Zu allererst gilt es aber unser Domizil in Augenschein zu nehmen und die Frage der Bettenverteilung zu klären. Die Suite befindet sich in einem kleinen alleinstehenden Bungalowund verfügt über einen großen Terrassenbereich, bei dem zum Schutz vor Sonne und Blicken Vorhänge zugezogen werden können. Schon hier fällt angenehm auf, wie viele natürliche Materialien hier verbaut wurden, weshalb sich das Gebäude perfekt in die umliegende Natur einfügt, was auch für die übrigen Gebäude der Anlage gilt.

Hinter der Tür erwartet uns ein Traum aus 1001 Nacht – schummrig und verspielt, ohne unangenehm kitschig zu sein. Das Highlight ist natürlich das große Himmelbett mit seinen vielen Kissen, das einer Prinzessin würdig wäre. Es dauert keine Minute, bis es von Felicia und Julius in Beschlag genommen und einem Sprungtest unterzogen wird. Daneben gibt es zwei weitere Einzelbetten.

Irgendwie war vorhersehbar, dass für uns Eltern die Einzelbetten übrigbleiben werden, da die beiden Kleinen unbedingt im Himmelbett schlafen wollen. In der Suite gibt es außerdem einen bequemen Sitzbereich, ein Badezimmer, das keine Wünsche offen lässt und eine separate Toilette. Die Garderobe ist so untergebracht, dass Koffer und Kleidung außer Blick bleiben, wenn man sich in der Suite aufhält. Auch im Innenbereich sind viele Naturmaterialien verarbeitet. Außerdem gibt es viele Lichtquellen, die für eine besondere Stimmung sorgen.

Neben den Suiten gibt es im Chez le Pacha noch afrikanische Lodges, Zimmer in Gestalt von Nomadenzelten und „normale“ Doppel – und Familienzimmer.

Neugierig durchstreifen wir sodann die Anlage, die Ruhe und Beschaulichkeit ausstrahlt. Überall gibt es schöne Sitzbereiche, ganz nach Wunsch in der Sonne oder im Schatten. Mein persönlicher Lieblingsplatz ist die Hollywoodschaukel am Pool.

Am Abend sitzen wir dann beim Abendessen im hoteleigenen Restaurant am Kaminfeuer und freuen uns an leckeren marokkanischen Gerichten, begleitet von einem guten marokkanischen Rotwein.

Am Morgen genießen wir unser Frühstück in der Sonne und brechen dann zu einer ersten kleinen Erkundungstour auf. Schnell stellen wir fest, dass wir nicht weit gehen müssen, um einen ersten Hauch von Wüstenfeeling zu erleben.

Draußen erwarten uns zunächst die hauseigenen Kamele. Felicia und Julius sind begeistert, dass die Wüstenschiffe sich ihrerseits interessiert zeigen und so kommt es zu einer ersten Kontaktaufnahme.

Irgendwann gelingt es uns dann doch, die beiden zum Weitergehen zu bewegen. Nachdem wir eine Schafherde passiert haben und ein Gespräch mit dem Besitzer der Schafe geführt haben, überqueren wir die Straße und gehen landeinwärts. Nach wenigen Schritten sind nicht nur etliche Palmen, sondern auch die ersten kleinen Sanddünen in Sichtweite. Jetzt gibt es kein Halten mehr und der Spaß beginnt. Es wird gerannt, gerollt, Materialien gesammelt und gebaut. Ein einheimischer Junge gesellt sich hinzu, schaut sich zunächst das Treiben an und mischt später kräftig mit. Schnell sind wir alle total versandet und auch wir Erwachsenen haben unseren Spaß.

Nachdem wir am Nachmittag noch ein wenig die schöne Hotelanlage genossen haben, brechen wir dann mit den Kamelen noch einmal auf in Richtung Dünen. Für Felicia und Julius ist klares Highlight dabei der nähere Kontakt zu den Kamelen, wir freuen uns an der uns umgebenden Landschaft, die nur ein kleiner Vorgeschmack auf das ist, was uns am folgenden Tag erwarten wird.

Nachdem wir nach Rückkehr einen nahezu sandfreien Zustand unseres Körpers hergestellt haben stürmen Julius und Felicia los in Richtung Abendessen. Sie haben sich schnell hier eingelebt und fühlen sich wohl.

Am nächsten Morgen zieht es uns nach dem Frühstück wieder zu den kleinen Dünen vor der Haustür, wo die Kinder ihre Konstruktionen vom Vortag weiter bearbeiten möchten. Ich genieße die Sonne und bin indes voller Vorfreude auf unsere Fahrt zum Wüstencamp und das damit einhergehende Naturerlebnis.

Unsere Nacht in der Wüste wird eines der Highlights der gesamten Winterreise – aber dazu schreibe ich euch einen eigenen Artikel.

Nach unserer Rückkehr aus der Wüste verbringen wir noch eine weitere Nacht im Chez le Pacha und genießen die wunderbare Anlage, bevor wir mit neuem Reiseziel zu unserer weiteren Reise aufbrechen.

Während unseres Aufenthaltes im Chez le Pacha werden wir gut umsorgt und auch mit Kindern erweist sich die Unterkunft als Volltreffer. Transfers und Ausflüge werden individuell vorab oder vor Ort organisiert.

Von Marrakesch aus ist die Anreise auch mit dem CTM-Bus möglich. Der Bus startet in Marrakesch um 11.15 Uhr, erreicht Mhamid um 21.45 Uhr und kostet 160 Dh. Der Bus zurück fährt frühmorgens um 6.00 Uhr und erreicht Marrakesch um 15.45 Uhr.