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Übernachten in der Casbah des Arts – eine der schönstmöglichen Auszeiten vom stressigen Alltag

Es gibt Orte, die sind Ruhe und Inspiration zugleich. Einen solchen Ort durften wir im Februar mit der Casbah des Arts in Agdz kennenlernen. Zurück im deutschen Alltag sehne ich mich seitdem immer wieder dorthin und wünsche mir, wieder auf einer der Dachterrassen zu sitzen und auf unzählige Palmen und den Berg Jbel Kissane zu blicken.

Wo finde ich diesen Ort ?

Agdz liegt unweit von Ouarzazate auf dem Weg nach Zagora und eignet sich perfekt für einen entspannten Zwischenstopp auf dem Weg in die Wüste oder aber auf dem Rückweg nach Marrakesch. Es gibt Busverbindungen u.a. Direktverbindungen ab Marrakesch mit CTM.

Die Casbah des Arts befindet sich außerhalb des Zentrums, im etwa 2 km entfernten Dorf Asslim. Mit nicht allzu schwerem Gepäck ist der Weg gut zu Fuß zu bewältigen.

In Asslim gibt es mehrere Kasbahs, die Casbah des Arts ist aber leicht zu finden, da der Weg dorthin gut ausgeschildert ist. Der Schriftzug rechts vom Eingangstor lässt dann keine Zweifel mehr zu, dass man das Ziel erreicht hat.

Viel erwartet – und trotzdem positiv überrascht

Die Bilder der Casbah des Arts, die ich vor unserer Winterreise im Internet gesehen hatte, hatten mir Lust gemacht auf diesen Ort. Für mich war schon bei der Planung klar, dass die Tage in der Kasbah eines der Highlights unserer Reise werden könnten.

Was wir dann vor Ort erleben durften, war so einzigartig, dass meine ohnehin hohen Erwartungen noch übertroffen wurden.

Wer durch das Eingangstor den ersten Innenhof betritt, taucht ein in eine andere Welt, die einen atemlos staunen und zugleich zur Ruhe kommen lässt.

 

Die Kasbah kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Im 17. Jahrhundert wurde sie durch den Caid Talb el Hassan erbaut. Als Mitte der 1950er-Jahre der letzte Caid starb, drohte dem imposanten Bauwerk der langsame aber endgültige Verfall. Wie gut, dass es dazu nicht gekommen ist.

Dass die Kasbah in neuem Glanz erstrahlt, verdankt sich der gelungenen Zusammenarbeit des marrokanisch-deutschen Filmproduzenten Kamal El Kacimi und Abdelzack Ait el Caids, des Enkels des letzten Caids. Über Jahre hinweg wurde die Kasbah restauriert, wobei traditionelle Techniken und Materialien verwendet wurden.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen und bietet dem Besucher die Möglichkeit, in die örtliche Geschichte ganz und gar einzutauchen. Durch zahlreiche Requisiten, aus Filmen, die in Marokko gedreht wurden, fühlt man sich zudem wie in einem kleinen Filmmuseum und wird immer wieder an die Nähe zur Filmstadt Ouarzazate erinnert. Viele dieser Requisiten findet man gleich im ersten Innenhof nach Passieren des Eingangstores.

Geht man dann die Treppe hinauf, so gelangt man bereits zu den ersten wunderbaren Sitzecken, von wo aus man einen herrlichen Ausblick in die umgebende Landschaft hat. Wie wohltuend ist es, hier bei einem köstlichen Frühstück zu sitzen und einfach nur zu genießen. Der Brunnen im zweiten Innenhof und die darum gelegenen Sitzecken laden ebenfalls zum Verweilen ein.

Mein persönliches Highlight aber sind die elf Dachterrassen, die ganz unterschiedliche – aber immer überwältigende – Ausblicke bieten. Es macht Spaß die Treppen der Kasbah herauf- und hinabzusteigen und immer neue Winkel zu erkunden.

Sieben Gästezimmer hält die Kasbah für Übernachtungsgäste bereit. Die Gestaltung fügt sich völlig harmonisch in das Gesamtbild der Kasbah ein. Die Ausstattung ist geschmackvoll und authentisch. Wir haben uns sofort in unserem Zimmer wohlgefühlt. Dass einige Zimmer kein eigenes Bad haben, stört nicht wirklich. Wer im kalten Winter die Kasbah besucht, sollte allerdings warme Sachen zum Schlafen mitbringen, da es im Zimmer ganz schön kalt werden kann.

Wir haben in der Casbah des Arts gefrühstückt und an zwei Abenden gegessen und haben die Bewirtung sehr genossen. Wir waren nach jeder Mahlzeit satt und sehr zufrieden.

Kinder sind willkommen

Für Felicia und Julius waren unsere Tage in der Kasbah ein Abenteuer mit immer neuen Dingen, die es zu entdecken galt.Meine Kinder sind dort sehr herzlich empfangen worden. Ein wenig im Auge behalten sollte man beim Besuch mit kleinen Kindern die vielen, zum Teil auch steilen, Treppen, die aber dann nicht zum Problem werden, wenn sich ein Erwachsener den „Expeditionen“ anschließt.

Spaziergang im Palmenhain

Ich habe mich so wohlgefühlt, dass ich nahezu kein Bedürfnis verspürt habe, die Kasbah zu verlassen. Aber das lohnt sich doch allemal. Die Palmenhaine rund um Agdz laden zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Ein Ziel eines ausgedehnten Spaziergangs (ca. 8km)ist die Kasbah Tamnougalte.

Wer sollte hinfahren ?

Wer sich eine Auszeit vom Alltag gönnen möchte, Ruhe und Naturerlebnis abseits vom Trubel sucht und einfach mal die Gedanken schweifen lassen möchte, der wird bei einem Besuch der Casbah des Arts fündig werden. Für mich ist die Kasbah ein Sehnsuchtsort geworden, an den ich besonders intensiv zurückdenke, wenn der Alltag mal wieder wenig Raum für Ruhe und Besinnung lässt.

Alle Informationen für euren Besuch der Kasbah findet ihr hier.