Marrakesch, Neuester Artikel

Mein Erlebnis besonderer Art in Marrakesch – Wie ich in einer kleinen Schusterwerkstatt in der Medina lernte, meine eigenen Babouches herzustellen

Ich liebe Babouches

Und als sich dann die Möglichkeit bot, in Marrakesch im Rahmen eines Workshops meine eigenen Babouches nach meinen Vorstellungen selbst zu fertigen, da habe ich diese Gelegenheit ohne Zögern genutzt. Das war einmal ein Erlebnis in Marrakesch ganz neuer und anderer Art.

 

Wie ich zum Workshop kam

Auf der Suche nach neuen Ideen für einen Marrakeschaufenthalt in diesem März stieß ich zufällig auf Ateliers d’Ailleurs, einen Anbieter für handwerkliche Kurse der unterschiedlichsten Art. Das Angebot war vielfältig und viele der angebotenen Kurse klangen interessant.

Als ich dann über den Babouches -Workshop las, war die Entscheidung allerdings schnell gefallen. Ich buchte übers Internet zwei Plätze für meine Schwester und mich und war gespannt, ob sich das als gute Idee erweisen würde. Der Preis lag pro Person bei 75 Euro.

Die Vorbereitungsphase

Ziemlich schnell erhielt ich eine Buchungsbestätigung mit allen wichtigen Informationen und der Nachfrage nach Kontaktdaten und unserer Unterkunft.

Neben den Handwerkern, die die Teilnehmer anleiten, nimmt ein weiterer Mitarbeiter von Ateliers d’Ailleurs am Workshop teil, der Bilder macht, dolmetscht und für Rückfragen zur Verfügung steht. Insoweit konnten wir zwischen einer englisch- oder französischsprachigen Begleitung wählen.

Zu der jeweiligen Werkstatt wird man dann gebracht und Treffpunkt ist zumeist am Djemaa el Fna, was gut, weil für jeden einfach zu finden, ist. Wir wurden allerdings zu unserem Workshop direkt im Riad abgeholt, da unsere Unterkunft zwischen dem Platz und der Werkstatt lag.

Der Workshop

Wir wurden pünktlich abgeholt und zur Werkstatt von Youssef Tahiri geführt, der uns während der nächsten Stunden in die Kunst der Babouchesherstellung einweisen würde. Youssef spricht ein wenig deutsch, sodass wir uns während des Workshops überwiegend in englischer Sprache mit einzelnen deutschen Vokabeln unterhielten.

Zu Beginn stellte sich unser Lehrmeister vor und erzählte uns einiges über das Leder, das wir verwenden würden. Danach galt es schwierige Entscheidungen zu treffen. Klar war, dass wir Babouches für den Innenbereich fertigen würden, da ansonsten die Workshopzeit nicht ausgereicht hätte.

Farbe und Form unserer Babouches waren nun zu wählen. Während meine Schwester sich für die runde Form entschied, war mein Favorit die spitze Form. Anders als angenommen, entschied sich auch keine für uns für einen Rosa- oder Pinkton. Stattdessen waren unsere Favoriten ein helles Blau (meine Schwester) und ein sattes Raot kombiniert mit Zebralook (ich).

Sehr geduldig wurde uns in den nächsten Stunden jeder Schritt erklärt. Dabei haben alle Beteiligten viel gelacht und es war offensichtlich, dass auch Youssef und Abderrazzak, der uns an diesem Tag begleitete, Freude an diesem Nachmittag hatten.

 

Zwischendurch kamen immer mal wieder Menschen in die Werkstatt, die gleichzeitig auch ein Ladengeschäft ist. Soweit uns neugierige Blicke zuteil wurden, stellte uns Youssef schmunzelnd als seine Schülerinnen vor.

Zwischen all der harten Arbeit gab es zur Stärkung leckere Kekse und den obligatorischen Minztee.

Etwas Panik kam dann bei uns auf , als wir an der Nähmaschine Platz nehmen durften, wo wir sehr auf die Unterstützung Youssefs angewiesen waren. Insoweit beruhigte es mich zu hören, dass an dieser Stelle viele Teilnehmer merken, dass ihre handwerklichen Fähigkeiten verbesserungswürdig sind.

Am Ende des Workshops hielten wir dann das Produkt unserer Arbeit voller Schöpferstolz in den Händen und nutzten die Werkstatt für einen Probelauf. Freudestrahlend verabschiedeten wir uns von Youssef und wurden von Adderrazzak wieder zurück zu unserem Riad begleitet.

 

 

Mein Fazit

Es war ein rundum gelungener Nachmittag in entspannter Atmosphäre voller Lachen und eine wunderbare Art, das lokale Handwerk kennen-und schätzen zu lernen.

 

Nach dem Workshop haben wir unsere Fotos noch per Mail erhalten. Meine Füße stecken zuhause und auf Reisen nun immer in meinen selbstgefertigten Babouches :).

Ich werde sicherlich noch einen der anderen Workshops ausprobieren, den Babouches-Workshop kann ich jedenfalls guten Gewissens weiterempfehlen.

Die Bilder in diesem Artikel wurden von Ateliers d’Ailleurs aufgenommen und uns nach dem Workshop zugeschickt.

Offenlegung: Ich habe den Workshop als normale Teilnehmerin über das Internet gebucht und selbst bezahlt.