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Das ist bestimmt Esel-oder Kamelkacke

„Das ist bestimmt Esel-oder Kamelkacke“. Es ist April 2018 und wir sind in der Nähe von Wismar an der Ostsee auf einem Spaziergang. Pferdeäpfel liegen auf der Straße, die von Felicia aufmerksam beäugt werden. Felicia malt auch keine Tannenbäume. Wenn sie Bäume malt, dann malt sie Palmen. Mittlerweile antwortet sie auf die Frage nach ihrem Wohnort nicht mehr „Marrakesch“. Der zweite Reisepass war fällig, die Marokkaner haben den ersten Kinderreisepass von Felicia vollgestempelt.

Seit 2015 ist Felicia mit mir immer wieder in Marokko unterwegs. Wir schlafen in Hostels, Luxushotels, Riads in der Medina, Zelten in der Wüste und auch mal im Zug. Viele Kilometer –meist in Bussen und Zügen-haben wir innerhalb Marokkos bewältigt. Wir waren gemeinsam im Winter, Frühling, Herbst und in jedem heißen Sommer unterwegs.

Gemeinsam haben wir auf Sanddünen sitzend die Sonne untergehen sehen und Dachterrassen erklommen. Von der Tragehilfe aus oder aus der Kraxe hat Felicia Gebirgspanoramen am Djebel Toubkal erlebt und hat mich bei manchen Aufstieg ins Schwitzen gebracht. Gemeinsam haben wir neue Ziele entdeckt, wie den Nordosten bei Oujda und Saiidia, wo wir das letzte Silvester gemeinsam verbracht haben.

Ich bin gespannt, wie unsere Reisegemeinschaft weitergehen wird. Es ist schwieriger geworden. Heimweh kommt bei Felicia öfter auf als auf unseren ersten Reisen. Und doch ist Marokkozeit unsere gemeinsame Zeit – unsere Mädelszeit. Ab und zu dürfen auch die Männer der Familie mit.

Wie werden unsere gemeinsamen Reisen nach Marokko Felicia prägen? Wird sie das Land ebenso in ihr Herz schließen, wie ich es getan habe ? Und an welche unserer frühen Reisen wird sie sich erinnern ? Ich habe ihr kürzlich ein Fotoalbum mit den schönsten Fotos unserer bisherigen Reisen geschenkt. Das werde ich  fortsetzen. Gemeinsam blättern wir darin und häufig ist jetzt noch die Erinnerung da. Auch wenn sie sonst irgendwo Bilder aus Marokko sieht, deutet Felicia manchmal darauf und stellt fest „Dort war ich schon mal“.

Und wenn die Erinnerung dann irgendwann verblasst und nicht mehr greifbar ist, dann möchte ich, dass sie Fotos von unseren schönen Marokkomomenten hat und ich ihr die Geschichten dazu erzählen kann. Dieser Blog ist natürlich auch immer wieder auch eine Art Tagebuch, in dem ich versuche, unsere Erlebnisse festzuhalten.

Ab und an bin ich auch ohne Felicia –alleine oder in anderer Begleitung – in Marokko unterwegs. Irgendwie ist es aber am Schönsten, wenn sie dabei ist. Nicht unbedingt immer einfacher, aber jedenfalls schöner. Ich hoffe sehr, dass sie mich noch auf vielen meiner Reisen nach Marokko begleiten wird.

Auch wenn das Internet bekanntlich ja nichts vergisst, überlege ich, unsere Erlebnisse noch auf andere Weise festzuhalten. Konkret denke ich über ein Buch nach. Aber das ist natürlich wieder ein Projekt, was zusätzliche Zeit beansprucht. Zeit, die neben Vollzeitjob , Kindern und Blog nur schwer zu finden ist.

In weniger als zwei Wochen brechen wir wieder auf nach Marokko und ich bin gespannt, ob sie Orte, die wir erneut besuchen dann wiedererkennt.

Und natürlich haben wir ihr gesagt, dass es ein Pferd war, dass sich dort bei Wismar auf der Straße erleichtert hat. Ganz überzeugt schien sie nicht.