Casablanca, Neuester Artikel, Street Art

Street Art in Casablanca

Dieser Artikel enthält unbezahlte Werbung für KoolCasa und Street Art in Casablanca

Seid ihr bereit für den totalen Farbenrausch ?

Casablanca ist auch bekannt als die „weiße Stadt“ und auf einen ersten, oberflächlichen Blick scheint das auch zu stimmen, zumal das „blanca“ in Casablanca solches ja schon vermuten lässt.

Und tatsächlich, Casablanca kann mit einigen -mal mehr mal weniger strahlend- weißen Gebäuden aufwarten. Ein Beispiel ist die Kathedrale Sacré Coeur, die momentan wegen Renovierungsarbeiten leider nur von außen betreten werden kann.

Aber die Stadt hat auch eine bunte Seite. Mein Plan war es, eben diese bunten Flecken zu entdecken und ich muss sagen, mit soviel Farbe hätte ich nicht gerechnet.

Vor unserer Ankunft in Casablanca habe ich Kate von KoolCasa angeschrieben. Sie bietet individuelle Touren an, eigentlich als Street-Food-und Street -Art- Touren. Ich wollte Street Art pur und auch das ließ sich problemlos realisieren. Wir trafen uns an der Hassan II Moschee und erkundeten das bunte Casablanca gemeinsam auf einem mehrstündigen Spaziergang.

Ich hatte am Vortag einige Werke bereits an den Wohnblocks gegenüber des Leuchtturms gesehen, aber dies ließ noch keine Ahnung zu, wie bunt einige Ecken Casablancas wirklich sind.

 

Diese Werke im Viertel El Hank, die ich auf eigene Faust entdeckt hatte, wurden durch Künstler im Rahmen des 3.Festivals Casamouja in diesem Jahr erschaffen und hier stehen als Motiv eindeutig Frauen im Fokus.

 

Besonders beeindruckt mich die Medina von Casablanca. Ich kenne Marokko als farbenfrohes Land, aber dieses Erlebnis flasht sogar mich. Es ist den Gassen, die wir durchqueren anzusehen, dass es hier keinen Wohlstand gibt, sondern das, was man zum Leben hat, eher knapp ist. Und gleichwohl strahlen sie eine Fröhlichkeit, Wärme und Leben aus.

Es ist hier teilweise wie in Chefchaouen- nur in verschiedenen Farben statt nur blau. So gibt es z.B. eine Gasse, die ganz in pink gehalten ist. Neben den Farben gibt es Motive: Blumen, Tiere, Fantasiegebilde. Diese sind teilweise sehr einfach gehalten und wirken manchmal sehr professionell. Das ganze ist irgendwie sehr crazy und an mancher Ecke fragt man sich, welcher Rausch zu einer solchen Farbenexplosion geführt haben könnte

Die Anwohner, die wir treffen, sind sichtlich stolz auf die Gemälde an den Häusern und machen auf einige besondere Motive aufmerksam. Es erfordert ein wenig Zutrauen in sich selbst, um sich in diesen Gassen treiben zu lassen. Es gibt keine touristische Infrastruktur, keine Hinweistafeln und ein wenig ist man, da sich scheinbar nicht viele hierher verirren, selbst die Attraktion.

Wahrscheinlich könnte man  schon in der Medina gut einige Stunden zubringen und würde immer wieder neue Motive entdecken. Ich muss auf jeden Fall noch einmal hierher wiederkommen.

Nach dem Verlassen der Medina sehen wir in der Nähe des Marché Central weitere Motive, die mich begeistern.

 

Ein Werk ist teilweise mit einer Plane verhängt. Schnell ist jemand hinzu gesprungen und hält das störende Plastik für mich hoch. Das Motiv bekommt so etwas besonderes. Es handelt sich um ein Werk des marokkanischen Künstlers Moran Ben Lahcen.

In der Nachbarschaft gibt es auch ein Werk des spanischen Künstlers Kram.

Die meisten Werke in dieser Ecke sind 2013 im Rahmen eines Street Art Festivals entstanden und teilweise leider in keinem guten Zustand. Trotzdem sind sie einzigartig schön.

In den folgenden Nachmittagsstunden sind wir in der Stadt unterwegs und Kate führt mich zu immer neuen Werken. Obwohl sie diese schon kennt, ist ihre eigene Begeisterung greifbar.

Dieses ausdrucksstarke Mural stammt von dem italienischen Künstler Millo und ist in 2015 entstanden.

Ich bin begeistert von der bunten Seite dieser Stadt. Bekanntermaßen liebe ich Farben, gerne auch starke Farben.

Hier ein Werk der kanadischen Künstlerin Danae Brissonet aus diesem Jahr.

Ebenso ganz frisch ist dieses Mural des Künstlers edone.med in unmittelbarer Nähe der Hassan II Moschee.

Nicht eben farbig, aber nicht minder eindrucksvoll ist dieses Werk des belgischen Künslers ROA.

Das Eis zwischen mir und Casablanca ist damit endgültig gebrochen. Und es passiert etwas, dass ich niemals für möglich gehalten hätte: Ich verspüre den Wunsch, wiederzukommen.