Casablanca, Neuester Artikel

Auf einen Besuch in der Hassan-II.-Moschee in Casablanca

Der Beitrag enthält Werbung für die Hassan-II.-Moschee in Casablanca

„In Casablanca gibt es nichts Sehenswertes – außer der Moschee.“ Ein hartes Urteil, dass ich kürzlich revidieren musste. Aber die Moschee Hassan-II.-Moschee ist für mich nach wie vor das absolute Highlight der Stadt.

Von weithin ist sie , am Meer liegend, zu erkennen und schon aus der Ferne eine Wohltat für das Auge.

Ihr Minarett ragt weit gen Himmel. Unstreitig ist, dass das Minarett der Hassan-II.-Moschee in Casablanca weltweit das höchste Minarett ist. Die Angaben zur Höhe differieren zwischen etwas über 190 Metern und 210 Metern (wahrscheinlich kommt es darauf an, von welchem Punkt aus man misst). Ein Laserstrahl, der von dort aus in Richtung Mekka weist, soll noch in 30 km Entfernung sichtbar sein.

 

Das Bauwerk ist außerdem jünger, als ich es vermutet hätte. Der Bau wurde nämlich erst am 30. August 1993, dem Geburtstag des Propheten Mohammed, eingeweiht. Zuvor hatten etwa 35.000 Arbeiter binnen sechs Jahren dieses Meisterwerk realisiert. Mit einer Gebetshalle von 20.000 Quadratmetern und Platz für bis zu 25.000 Betende ist die Hassan-II.-Moschee eine der größten Moscheen der Welt. Der Architekt – ein Franzose: Michel Pinceau.

Die Moschee zu besuchen lohnt zu jeder Tageszeit. Sie zieht Touristen wie einheimische gleichermaßen an. Am liebsten suche ich mir ein schattiges Plätzchen auf dem Marmorboden im Außenbereich und bestaune die Architektur und das lebendige Treiben rund um die Moschee. Als besonders schön empfanden wir die Atmosphäre auch während des Freitagsgebetes. Für mich ist die Moschee mein Ruhepunkt in Casablanca, wo ich mich stundenlang aufhalten und einfach nur die Umgebung aufsaugen kann.

 

Es war mir ein besonderes Anliegen, bei diesem Casablancabesuch auch das Innere der Moschee zu sehen. Schließlich ist es nicht selbstverständlich, dass Nichtmuslime eine Moschee überhaupt besuchen dürfen. Ich war außerdem gespannt, ob das Bauwerk von innen genauso prachtvoll sein würde, wie von außen.

Ich wurde nicht enttäuscht. Teilbereiche der Moschee können im Rahmen einer Führung besucht werden, die in mehreren Sprachen angeboten wird. Die Tickets erhält man derzeit in dem Gebäude in dem das Museum untergebracht ist, rechts von der Moschee.

Das Innere der Moschee ist prachtvoll ausgestaltet und überzeugt durch die Materialien und das Licht. Große bodentiefe Fenster gehen zum Meer hinaus und bei gutem Wetter  kann ein gigantisches Schiebedach geöffnet werden, sodass quasi innerhalb der Moschee unter freiem Himmel gebetet werden kann. Leider kamen wir nicht in den Genuss des geöffneten Daches, was auch schon wieder ein Grund für eine Wiederkehr ist. Marmorböden, Zedernholz, Zelliges-Mosaiken und eine Vielzahl von Kristalllüstern verfehlen ihre Wirkung nicht. Es gibt für kältere Tage übrigens sogar eine Fußbodenheizung in der Gebetshalle.

Eindrucksvoll sind auch die im Untergeschoß gelegenen Räume für die Waschungen mit insgesamt 41 Brunnen in der Form von Lotusblumen.

Beim Besuch der Gebetshalle erhält man am Eingang eine Stofftüte für seine Schuhe. Insbesondere Frauen sollten beim Besuch auf angemessene Kleidung achten (jedenfalls Schultern bedeckt und das Beinkleid bis über die Knie). Während der Führung erhält man einige Basisinformationen zum Bauwerk, hat aber auch genug Zeit, die Pracht der Moschee auf sich wirken zu lassen.

Die Moschee ist einer der schönsten Orte in Marokko für mich und lohnt jeden Besuch. Verschwiegen werden soll allerdings auch nicht, dass das Prachtbauwerk durchaus auch eine umstrittene Historie hat. Die Baukosten sollen sich nach offiziellen Angaben auf etwa 5 Mrd. Dirham belaufen haben, etwa 3 Mrd. Dirham sollen dabei aus Spenden der Bevölkerung entstammen, wobei teilweise behauptet wird, dass diese Spenden nicht immer wirklich freiwillig waren. Außerdem soll es während der Bauzeit zu einigen schwerwiegenden Arbeitsunfällen gekommen sein.

Führungen werden zu folgenden Zeiten angeboten:

Wintermonate (GMT Zeit) Samstag bis Donnerstag : 9.00,10.00,11.00 und 14.00 Uhr, Freitag: 9.00,10.00 und 14.00 Uhr

Sommermonate (GMT +1) Samstag bis Donnerstag 9.00,10.00,11.00,12.00,15.00 und 16.00 Uhr, Freitag: 9.00,10.00,15.00 und 16.00 Uhr

Ramadan Samstag bis Donnerstag:  9.00,10.00 und 11.00 Uhr, Freitag: 9.00 Uhr

Tarife:

Kinder bis 6 Jahre gratis, Kinder älter als 6 Jahre und marokkanische Studenten 30 Dh, Marokkaner, Residenten und ausländische Studenten 60 Dh, sonstige Erwachsene 120 Dh