Marokko allgemein, Neuester Artikel

Warnhinweis: Marokko kann süchtig machen

Das Leben ist fortwährende Veränderung. Manchmal kaum merklich und ein anderes Mal schlägt es richtig ein.Als ich 2015 nach langer Zeit das erste Mal wieder in Marokko war, schien dies zunächst ein normaler Urlaub zu sein.Was ich nicht wusste : Marokko kann süchtig machen.

Bereits heute muss ich sagen, dieser erste Eindruck war trügerisch und mein Leben hat sich seither ziemlich verändert.

 

Und es ist absehbar, dass in Zukunft –ausgelöst durch diese eine Reise- noch weitere Veränderungen anstehen.

Marokko hat mich seither nicht mehr losgelassen und ist auch in meinem deutschen Alltag gegenwärtig. In unserem Haus wimmelt es nur so von Büchern, Fotos, Musik, Kunstgegenständen und anderen Dingen, die an Marokko erinnern.

 

Und manchmal verrät bereits ein Blick auf meine Füße meine Liebe zu Marokko. Immer dann, wenn ich wieder mal in meinen Babouches ins Büro gegangen bin.

Viele Tage und Wochen habe ich seither in Marokko verbracht. Mein Reisepass ist voll mit Einreise- und Ausreisestempeln aus Marokko. Kaum ein Beamter, der meinen Pass kontrolliert, kann sich einen Kommentar verkneifen. Wenn ich frei habe und nicht nach Marokko fahren kann, dann ist das schon beinahe schwer für mich. Es bedeutet Zeit, die ich nicht in Marokko verbringen kann. Einige –aus ökologischer Sicht eigentlich nicht vertretbare- Kurzaufenthalte habe ich hinter mir. Sie sind einzig dem Umstand geschuldet, dass meine Sehnsucht nach Marokko wieder einmal so groß geworden war.

 

2016 habe ich meinen Familienreiseblog faktisch eingestellt, weil ich nur noch über Marokko schreiben wollte. Ich wollte andere infizieren mit meiner Leidenschaft für dieses Land im Norden Afrikas. Aus diesem Gedanken heraus ist dann „Felibrina“ als Marokkoreiseblog entstanden. Natürlich belasse ich es nicht beim Schreiben, sondern erzähle auch oft von Marokko.

Wo andere Heimweh haben, da habe ich „Marokkoweh“. Bereits unmittelbar nach jeder Rückkehr nach Deutschland zähle ich die Tage, bis ich wieder losfahren kann. Wie einige andere habe ich schon oft darüber nachgedacht, einfach dort zu bleiben. Mittlerweile habe ich auch einige sehr inspirierende Menschen kennengelernt, die genau das gemacht haben.

 

Alleine wäre dies vielleicht auch mein Weg gewesen. Aber ich habe eine Familie, die ich sehr liebe und mit der ein Wegzug nach Marokko nicht denkbar ist. Die gemeinsamen Marokkoreisen als Familie haben gezeigt, dass mein Mann sich vorstellen kann, Marokko hin und wieder zu bereisen. Sie haben aber auch gezeigt , dass er keinesfalls dort leben könnte.

Meine beiden Kinder sind sehr heimatverbunden und hängen an ihrem nordhessischen Zuhause inklusive ihrer dortigen Kontakte, insbesondere aber meinen Eltern, zu denen sie von klein auf eine enge Bindung haben. Selbst Felicia, die mich so oft nach Marokko begleitet, zeigt mittlerweile auch, dass sie ihrer Heimat verbunden ist.

Unser Lebensmittelpunkt wird also aller Voraussicht nach in Deutschland bleiben und das ist für mich auch in Ordnung so. Gleichzeitig ist der „Marokkovirus“ bei mir so weit fortgeschritten, dass ich mehr Zeit als bisher in Marokko verbringen möchte und das Gefühl habe, mir diesen Wunsch auch erfüllen zu müssen.

 

Mittelfristig werden wir daher als Familie einen Weg finden müssen, der allen Bedürfnissen gerecht wird. Ich bin mir noch nicht sicher, wie dieser Weg genau aussehen wird, vertraue aber darauf, dass wir eine Lösung finden werden. Dies kann bedeuten, vertraute Strukturen loszulassen und sich neu zu fokussieren und Sicherheiten aufzugeben. Die Reise hat begonnen und ich kenne weder Route noch Ziel, aber in jedem Fall hat das Ganze ziemlich viel mit Marokko zu tun.