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Urlaub in Zagora

Zagora kennen viele nur von der Durchfahrt auf ihrem Weg in die Wüste. Wir haben zu Beginn des Jahres einige Tage Station in Zagora gemacht und uns die Stadt einmal genauer angeschaut.

Mit seinen etwa 40.000 Einwohnern ist Zagora die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und liegt im Süden Marokkos, etwa 165 km südöstlich von Ouarzazate. Von hier aus starten täglich unzählige Touren in Richtung Wüste und die vielen Restaurants und Cafés laden beim Durchfahren der Stadt zu einem Zwischenstopp ein.

 

Wir wollten gerne einmal außerhalb touristischer Unterkünfte mehr als sonst eintauchen in das Leben einer marokkanischen Stadt. Zagora schien mir dazu ideal, weil es über eine gute Infrastruktur verfügt und gleichzeitig aber nicht übermäßig touristisch ist.

Auf Facebook hatte ich mehrfach Bilder eines kleinen Lehmhäuschens in Zagora gesehen, in dem man sich einmieten kann. Es handelt sich um ein traditionelles Haus ohne besonderen Luxus, aber mit einer tollen Aussicht von der Dachterrasse und einem ganz eigenen Wohlfühlfaktor. Mit Doris Butz, die dieses Häuschen vor nunmehr etwa fünf Jahren gekauft hat, vereinbarte ich einen Aufenthalt Anfang Januar.

Wir hatten auch das große Glück, dass Doris, die sonst in Deutschland lebt, bei unserer Ankunft selbst in Zagora vor Ort war und uns erst einmal alles erklären konnte. Wir bekamen ein wunderschönes Zimmer mit bequemen Betten für die ganze Familie und konnten nahezu das ganze Haus mitbenutzen. Es war nicht schwer, sich schnell wohl und angekommen zu fühlen.

Ein besonderes Highlight für Julius war, dass es einen Fußball gab, den er benutzen konnte und mit dem er mit den marokkanischen Jungs auf der Straße spielen konnte. Ich habe besonders die Momente auf der Dachterrasse mit wunderbarer Aussicht genossen.

 

Doris hat nicht nur ein Haus in Zagora, sondern unterstützt auch vor Ort die Frauen, die die für die Region typischen farbenfrohen Tücher herstellen. Auf ihrer Facebookseite Les femmes de Zagora kann man eine wahrhaft prachtvolle Auswahl dieser Einzelstücke bewundern.

 

Wir bezogen also für mehrere Tage unser Quartier inmitten eines typischen Wohnviertels und brachen von dort aus auf zu unseren Erkundungsgängen in Zagora. Die Stadt kann nicht mit vielen Sehenswürdigkeiten aufweisen, bietet aber marokkanisches Leben pur. Wir ließen uns treiben, tranken Tee, kauften ein, kehrten in Restaurants ein und führten immer wieder Gespräche mit Einheimischen, die interessiert fragten, was uns nach Zagora verschlagen hat.

Unser Lieblingslokal war schnell gefunden. „Chez Omar“ kann man es sich zu fast jeder Tageszeit schmecken lassen und man trifft hier Einheimische wie Touristen gleichermaßen.

 

 

 

In Zagora trafen wir uns auch mit Hamid Naithamou , der als Guide arbeitet und mit dem ich schon länger über Facebook in Kontakt stand. Er hatte es sich an diesem Tag zur Aufgabe gemacht, uns möglichst viel von Zagora zu zeigen.

Mit seinem Auto fuhren wir zunächst nach Amezrou und machten einen ausgedehnten Spaziergang durch die Palmeraie und den Ort. Bei einer Kooperative bestaunten wir Kunsthandwerk verschiedenster Art und fühlten uns wie in einer großen Schatztruhe. Besonders die Kinder waren begeistert, welche neugefertigten und altbewahrten Habseligkeiten wir dort vorfanden.

Nach einem gemeinsamen sehr leckeren Mittagessen hatte Hamid noch eine besondere Überraschung für die Kinder. Ein kleiner Ausritt im Gelände stand an. Wir Erwachsenen liefen zu Fuß hinterher. Neben jedem der Kinder ging ein Mitarbeiter von den Stallungen, um einen Absturz zu verhindern. Fürs Foto wurde insoweit eine kurze Ausnahme gemacht. Dann ging es mit dem Auto hoch zu einem Aussichtspunkt über Zagora. Dort sollte einst ein Hotel entstehen, das jedoch nie fertig geworden ist. Warum dies so ist, darüber haben wir verschiedene Geschichten gehört. Von dort oben hatten wir jedenfalls einen unvergleichlichen Rundumblick auf Zagora und das Umland.

 

Zagora ist gut aus allen Richtungen zu erreichen. Mit den Bussen von CTM geht es sowohl in Richtung Marakesch weiter als auch nach Süden gen Mhamid, wo man der Wüste noch näher ist.

Wir wollten gerne die neue Flugverbindung von Zagora nach Marrakesch mit Air Arabia testen. Tickets kosten etwa zwischen 20 und 25 Euro und die Flugdauer beträgt eine Stunde. Geflogen wird von Zagora nach Marrakesch am Mittwoch und Samstag (am Mittwoch um 15.30 Uhr und am Samstag um 0.30 Uhr). Von Marrakesch nach Zagora wird am Mittwoch um 13.55 Uhr geflogen und am Freitag um 22.55 Uhr.

Der Flughafen von Zagora liegt außerhalb und ist nur mit dem Taxi erreichbar. Wie man auf den Bildern sehen kann, handelt es sich um einen sehr überschaubaren Flughafen, sodass ein Erscheinen vor Ort nicht so frühzeitig vor Abflug erfolgen muss, wie etwa in Marrakesch. Diese Flugverbindung ist auch ein Segen für alle, die in die Wüste wollen und denen die Serpentinen des Tizi n’Tichka nicht gut bekommen.

 

Ich bin froh über unsere Tage in Zagora. Es braucht nicht immer viele sogenannte Sehenswürdigkeiten, um etwas über das Land und seine Menschen zu erfahren. Manchmal ist das eigentlich Interessante der Alltag in einem anderen Land.