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Ein Kurztrip nach Marokko für den kleinen Geldbeutel

Anfang Februar dieses Jahres habe ich ein Experiment gewagt. Ein Kurztrip nach Marokko für den kleinen Geldbeutel.

Wie alles begann

Als Familie haben wir gemeinsam den Jahreswechsel 2018/2019 in Marokko erlebt und waren noch bis zum 11. Januar gemeinsam unterwegs. Bereits auf dem Rollfeld in Marrakesch überkommt mich eine Welle von Gefühlen und der dringende Wunsch möglichst bald nach Marokko zurückzukehren. Sehr früh einsetzendes Marokkoweh sozusagen.

Noch bevor ich den Flugmodus aktiviere, suche und buchte ich einen Flug Frankfurt- Agadir -Frankfurt für den 1.-4. Februar für mich. Nach dieser Blitzaktion ist der sich gerade vollziehende Abschied von meinem geliebten Marokko gleich weniger schlimm. Ich habe herausgefunden, dass mir die Rückkehr aus Marokko immer noch jedes Mal schwer fällt, die Situation für mich aber leichter zu bewältigen ist, wenn die Rückkehr bereits feststeht und der nächste Flug bereits gebucht ist.

Nacht am Flughafen

Der Abflug in Frankfurt ist bereits um 6.15 Uhr, zu nachtschlafender Zeit für diese Jahreszeit also. Mit dem letzten Nahverkehrszug mache ich mich am Abend zuvor auf den Weg zum Frankfurter Flughafen mit Zwischenstopp in einem marokkanischen Lokal in Frankfurt, wo ich mich mit der lieben Michaela treffe. Mit Kind hätte ich für die Nacht ein Hotel genommen, aber diesmal ist der Plan im Terminal ein wenig Ruhe zu finden. Mit der Handtasche unter dem Kopf finde ich auf einer Bank tatsächlich ein wenig Schlaf und schleppe mich früh am Morgen als eine der ersten Passagiere durch die Passkontrollen. Bequem ist anders, aber die Nacht vergeht letztlich doch besser als gedacht. Für meinen Flug habe ich für den Hin-und Rückflug inklusive Priority 53,70 Euro bezahlt.

Ankunft in Marokko und Fahrt nach Tiznit

Nachdem ich im Flugzeug von meinem marokkanischen Sitznachbarn noch einen Stecker für mein Ladekabel für mein Handy geschenkt bekomme (meiner hat aus unerfindlichen Gründen bereits zu Beginn der Reise den Geist aufgegeben), mache ich mich auf langes Warten bei der Einreise gefasst. Die Kontrollen kann ich dieses Mal aber zügig hinter mir lassen und machte mich auf den Weg nach draußen. Mein Plan ist es, mit dem Bus, der außerhalb des Geländes an der Straße halten soll, nach Inzegane zu fahren und von dort mit einem Sammeltaxi weiter nach Tiznit.

Immer wieder stoppen Taxis neben mir. Ich lehne höflich ab und erkläre ausdauernd, mit dem Bus fahren zu wollen. Schließlich bietet mir ein Taxifahrer die Fahrt für 150 Dh an –was wohl deutlich unter dem eigentlichen Tarif liegt- und ich knicke ein.

Tiznit

Ich hatte Tiznit bereits auf unserer vorletzten Winterreise gemeinsam mit Felicia besucht. Allerdings war das Wetter damals so schlecht, dass wir nicht wirklich viele Eindrücke gewinnen konnten. Ich habe mich diesmal zentral im „Hotel des Touristes“ an der Place Méchouare eingemietet. Das Einzelzimmer mit Gemeinschaftsbad für 7 Euro pro Nacht. Sagen wir mal so: ich bin skeptisch, was ich für diesen Preis vorfinden würde. Fest steht von vorneherein, dass die Lage super ist. Mitten im Leben und in der Nähe der Bushaltestellen für lokale Busse ins weitere Umland und der Grand Taxis zu verschiedensten Zielen. Das kleine Hotel liegt neben der Polizeiwache. Man ist schnell überall in der Medina, aber auch relativ schnell in der Neustadt.

Aber auch ansonsten erweist sich die Buchung als Volltreffer , was zu einer Verlängerung um zwei weitere Nächte führte. Mein Zimmer ist klein, aber fein und hat ein Fenster zum Platz hinaus. Die Einrichtung: Ein sehr bequemes Bett, ein Tisch und ein Stuhl und alles pikobello sauber. Auch das Gemeinschaftsbad und die Toiletten waren zu jeder Zeit gepflegt und bieten keinerlei Anlass zu Beanstandungen. Das alles wird aber noch getoppt durch die Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft der Betreiber.

So einfach diese Herberge ist, ich fühle mich in meinem kleinen Zimmerchen sofort zuhause . Unter den Gästen untereinander herrscht ein Gemeinschaftsgefühl und man sitzt schnell zusammen. Zum Zeitpunkt meines Aufenthaltes ist die Buchungslage etwas ungewöhnlich: ich bin mit 39 Jahren das Nesthäkchen. Auf Nachfrage wird mir aber bestätigt, dass der Altersschnitt normalerweise deutlich niedriger ist.

Impressionen aus Tiznit

Ausflug nach Sidi Ifni

Ich liebe Sidi Ifni und wollte unbedingt dorthin zurück. Von Tiznit aus lässt sich Sidi Ifni mit dem Bus der Firma Lux oder mit dem Grand Taxi gut erreichen. Ich entscheide mich am Morgen für das Grandtaxi und zahle 25 Dh für meinen Platz nach Sidi Ifni. Erneut nimmt mich der Ort mit all seiner Atmosphäre gänzlich gefangen und es fühlt sich richtig an, wieder hier zu sein. Was du in Sidi Ifni erleben kannst, habe ich in diesem Artikel einmal beschrieben.

Kurz vor der Rückfahrt treffe ich noch ein französisches Ehepaar im Café, das in Tiznit auch in dem kleinen Hotel untergekommen ist. Gemeinsam fahren wir mit dem Bus für 20 Dh nach Tiznit zurück. Unterwegs hält der Linienbus auf Anfrage mal kurz zum Fotostopp mit Kamelen an – Marokko eben.

Einige aktueller Fotos meines Tages in Sidi Ifni:

Aglou Beach

Ich mag das Meer und liebe es am Strand spazieren zu gehen und mir den Wind um die Nase wehen zu lassen. Am nächsten Morgen entscheide ich mich für einen Besuch am Strand von Aglou. Für die Fahrt mit dem Grand Taxi –ich mag diese Einrichtung einfach- zahle ich 5 Dh. Die Fahrt mit dem Bus hätte auch 5 Dh gekostet. Über einen großen Parkplatz geht es zur Promenade mit ihren zahlreichen kleinen Cafés und Restaurant. Ich kehre ein für einen ersten Minztee mit Blick auf die Wellen und freue mich hier zu sein. Um mich herum wird gefrühstückt. Das habe ich an diesem Tag bereits in Tiznit in einem der Cafés auf der Place Méchouare getan.

Dann laufe ich lange in beide Richtungen am Meer entlang und komme mit einheimischen Fischern ins Gespräch. Zwischendurch setze ich mich immer wieder in den Sand und auf die Felsen und genieße den Augenblick. Am Ende steht natürlich ein Mittagessen auf dem Programm, das hier direkt am Wasser unglaublich gut schmeckt. Ich bin mehr als zufrieden, geradezu glücklich.

In Tiznit laufe ich noch einmal durch die Straßen der Medina und versuche, möglichst viele Eindrücke in mich aufzunehmen. Zu schnell ist sie wieder um, die Zeit in Marokko.

Und wieder einmal Abschied und mein Fazit:

In dieser kurzen Zeit habe ich immer wieder Leute getroffen, Einheimische und andere Reisende, mit denen ich ins Gespräch gekommen bin und bei Tee und Kaffe versackt bin.

Es braucht nicht viel, um bei einem Aufenthalt in Marokko berauscht, verzaubert und erfüllt zu sein. Dieser Kurztrip hat es wieder einmal bewiesen.

Am Abreisetag heißt es früh aufstehen, der Flieger zurück nach Deutschland geht bereits am Morgen und wartet nicht auf mich. Auch diesmal habe ich Glück und lerne im Flugzeug Danuta kennen, mit der ich mich über Marokkoreiseerfahrunegn austauschen kann. Mein nächster Flug zurück nach Marokko ist zu diesem Zeitpunkt natürlich schon gebucht.